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Bestechung in großem Stil PSG-Präsident muss sich Verfahren stellen

Im Visier der Bundesanwaltschaft: Nasser Al-Khelaifi.

Im Visier der Bundesanwaltschaft: Nasser Al-Khelaifi.

(Foto: imago/PanoramiC)

Die Schweizer Bundesanwaltschaft eröffnet ein Strafverfahren gegen Paris St. Germains Präsidenten Nasser Al-Khelaifi und den früheren Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke. Die Vorwürfe wiegen schwer. Es geht um Bestechung, Betrug und Urkundenfälschung.

Der Präsident des französischen Fußballklubs Paris St. Germain, Nasser Al-Khelaifi, ist möglicherweise in einen Korruptionsskandal der früheren Fifa-Spitze verwickelt. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat, wie nun bekannt wurde, schon im März ein Strafverfahren gegen den katarischen Geschäftsmann, den früheren Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke und eine namentlich nicht genannte dritte Person eröffnet. Es geht um Bestechung in großem Stil.

Im Zentrum der Vorwürfe steht der Franzose Valcke, 57 Jahre alt - und bis zum Skandal im Weltverband enger Mitarbeiter des längst gesperrten Joseph Blatter. Valcke soll bei der Vergabe der Medienrechte für die kommenden vier Weltmeisterschaften kassiert, laut Anklage also "nicht gebührende Vorteile" angenommen haben - von Al-Khelaifi für die Turniere 2026 und 2030.

Er sol kassiert haben: Jérôme Valcke.

Er sol kassiert haben: Jérôme Valcke.

(Foto: imago/Russian Look)

Der Paris-Boss ist Geschäftsführer der Rechtefirma Be-in Media Group, einem der großen Player auf dem Fußballmarkt. Valcke, gegen den wegen des Verdachts der "mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung" ein weiteres Verfahren läuft, wurde nun von den Ermittlern als Beschuldigter vernommen - einen Tag, nachdem er vor dem Sportgerichtshof Cas gegen seine im Sommer 2016 auf zehn Jahre reduzierte Sperre im Weltfußball gekämpft hatte.  Zudm hätten Ermittler in Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien zeitgleich Häuser durchsucht, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

"Bestechung, Betrug, Urkundenfälschung"

Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP gehörten auch die Büros der Be-In-Tochter Be-In-Sports in Paris dazu. Bislang befinde sich niemand in Untersuchungshaft, es gelte die Unschuldsvermutung. Für Al-Khelaifi ist die Verfahrenseröffnung ein schwerer Schlag. Der 43-Jährige sonnte sich zuletzt in den Erfolgen des französischen Spitzenklubs, der im Sommer 222 Millionen Euro für Brasiliens Superstar Neymar ausgegeben hat und bald 180 Millionen Euro für Kylian Mbappe überweisen wird. Die Vorwürfe werfen einen Schatten. Die Anwaltschaft spricht von "Bestechung, Betrug, ungetreuer Geschäftsbesorgung sowie Urkundenfälschung".

Erfahren hatten die Ermittler davon im Zuge der bereits seit März 2016 laufenden Untersuchung gegen Valcke. Der soll sich beim WM-Ticketverkauf bereichert, private Reisen auf Fifa-Kosten unternommen und die Fernsehrechte für 2018 und 2022 in der Karibik unter Wert verkauft haben. Die kommenden beiden Turniere finden in Russland und Katar statt. Die Weltmeisterschaften 2026 und 2030 sind noch nicht vergeben, für 2026 ist die Dreier-Bewerbung der USA mit Kanada und Mexiko Favorit.

Der Verdacht liegt nahe, dass Valcke nicht nur mit Bietern aus der Karibik gemauschelt hat. Be-In-Sports strahlt sein Programm in zehn Sprachen aus und ist auf fünf Kontinenten zu sehen. Das Unternehmen hält zahlreiche Sportrechte, die mehrere Milliarden gekostet haben. Die BA führt im Fußball-Untersuchungskomplex rund 25 Strafverfahren und analysiert eine Datenmenge von rund 19 Terabyte an sichergestellten Unterlagen. Bislang sind 180 Meldungen wegen des Verdachts der Geldwäsche eingegangen.

Quelle: n-tv.de , Jan Mies, sid

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