Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mag bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, in Kanada und Mexiko allzu früh ausgeschieden sein und in der FIFA-Weltrangliste zurzeit nur auf Rang 13 herumdümpeln. Im Senioren-Fußball ist von der vielbeschworenen Krise des deutschen Fußball dagegen überhaupt nichts zu spüren.
Bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Cleveland/Australien gewann die deutsche Ü80 den Titel. Im Finale des Kleinfeld-Turniers schlug die mit fünf Berlinern gespickte Mannschaft die USA mit 2:0. "Wir haben alle eine rote Birne und einen Sonnenbrand. Das ließ die Freude nicht schmälern", sagte Michael Rätsch von Hertha BSC.
"In unserem Alter können wir nicht vier Jahre auf das nächste Turnier warten. Jedes Jahr ist eine WM, denn keiner weiß, ob wir im nächsten noch am Leben sind", hatte Günter Christmann im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung das Motto vor dem Turnier zusammengefasst.
Sogar die gefürchteten Japaner geschlagen
Christmann war schon im Vorjahr mit der Ü75 erfolgreich und nun auch bei der Ü80-Premiere. Die jungen Hüpfer von der Ü75 verteidigten Down Under indes auch ohne Christmann ihren Titel und machten den deutschen Doppelsieg so perfekt.
Bei der Ü80-Premiere, die vom 12. bis 16. Oktober lief, mussten die Senioren zwei Spiele an einem Tag bestreiten, um von der Gruppenphase den Sprung in die aus Halbfinale und Finale bestehende K.o.-Runde zu schaffen. Die Teams bestehen aus acht Spielern, die Spiele dauern 2x30 Minuten. Gerade der Vorrunden-Sieg gegen Japan (2:1) sei harte Arbeit gewesen, resümierte Rätsch. "Das sind Fußballer, die regelmäßig Fußball spielen. Wir haben versucht, mit taktischen Mitteln zum Erfolg zu kommen" Im Land der aufgehenden Sonne gibt es eine eigene Liga für Senioren. Im Halbfinale bezwang die deutsche Mannschaft die Japaner dann sogar mit 3:1.
Bei dem Turnier geht es für die Fußballer um mehr als einen Fußball-Wettkampf. "Wir müssen sehen, dass mehr Menschen im Alter Sport treiben", sagte Rätsch. Im kommenden Jahr sind eine Europameisterschaft sowie einige Länderspiele der Senioren angedacht.
