Fußball

Tottenham schlägt schwachen BVB Dortmund vergeigt "Königsklassen-Endspiel"

Andrej Jarmolenko steht das erste Mal in der BVB-Startelf - und bedankt sich mit einem Tor.

Andrej Jarmolenko steht das erste Mal in der BVB-Startelf - und bedankt sich mit einem Tor.

(Foto: Action Images via Reuters)

Platz zwei hinter Real Madrid - das ist das Ziel von Borussia Dortmund in der schweren Champions-League-Gruppe. Doch das Spiel im Wembley-Stadion gegen Tottenham Hotspur verläuft unglücklich. Selbst der Treffer des Startelf-Debütanten Jarmolenko hilft nicht.

Bittere Wembley-Rückkehr für Borussia Dortmund, misslungenes Debüt für Peter Bosz: Beim Champions-League-Einstand seines niederländischen Trainers hat der Bundesliga-Tabellenführer durch ein 1:3 (1:2) bei Tottenham Hotspur auf dem Weg ins Achtelfinale der Königsklasse einen harten Rückschlag hinnehmen müssen. Der Druck vor dem Duell mit Titelverteidiger Real Madrid in zwei Wochen ist damit schon gewaltig. "Jetzt ist das Heimspiel noch wichtiger", sagte BVB-Offensivspieler Christian Pulisic. Mit Blick auf das Rückspiel sagte er: "Wir müssen sie zu Hause schlagen."

Heung-Min Son (4.) und Harry Kane (15., 60.) erzielten die Treffer für die Gastgeber im Wembley-Stadion, wo der achtmalige deutsche Meister vor vier Jahren eine schmerzhafte Champions-League-Finalniederlage gegen Bayern München hatte hinnehmen müssen. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Andrej Jarmolenko (11.) in einer turbulenten Anfangsphase war für die feldüberlegenen Gäste zu wenig. Spurs-Abwehrspieler Jan Vertonghen (90.+2) sah die Gelb-Rote Karte.

Roman Bürki hat keinen Sahnetag erwischt.

Roman Bürki hat keinen Sahnetag erwischt.

(Foto: imago/DeFodi)

"Wir haben gut angefangen und gut gespielt - aber verloren. Wir waren sehr gut drauf und haben das Spiel kontrolliert, weil wir im Ballbesitz sehr stark waren", sagte BVB-Trainer Peter Bosz. "Leider waren wir in der Verteidigung zwei Mal nicht gut organisiert, das darf uns so nicht mehr passieren." Son sagte: "Es war ein sehr schweres Spiel für uns. Dortmund hatte viel Ballbesitz, aber wir haben gut gekontert und das frühe Tor gemacht. Ich bin sehr glücklich über den Sieg in Wembley."

Toljan debütiert für den BVB

Im "schwierigsten Spiel der gesamten Jahreshälfte", wie BVB-Präsident Reinhard Rauball die Partie in der Kultstätte des englischen Fußballs bezeichnet hatte, überraschte Bosz mit seiner Aufstellung. Für WM-Held Mario Götze und Gonzalo Castro brachte der 53-Jährige Mahmoud Dahoud und Shinji Kagawa. U21-Europameister Jeremy Toljan gab zudem links in der Viererkette sein BVB-Debüt, rechts offensiv spielte der ebenfalls spät verpflichtete Jarmolenko für Maximilian Philipp.

Die "Neuen" waren vor 67.343 Zuschauern direkt gefordert, es war sofort Feuer im Spiel. Der BVB war dominant, Tottenham lauerte auf Konter und ging mit dem ersten schnellen Angriff in Führung. Über drei Stationen landete der Ball beim ehemaligen Bundesligaprofi Son, bei dessen Schuss aus spitzem Winkel Torhüter Roman Bürki keine gute Figur machte. Es war bereits der siebte Pflichtspieltreffer von Son gegen die Westfalen.

Die Schwarz-Gelben zeigten sich vom frühen Rückstand aber keineswegs geschockt und behielten gegen tief stehende Gastgeber die Spielkontrolle. Verdienter Lohn war der schnelle Ausgleich durch Jarmolenko. Nach Doppelpass mit Kagawa schlenzte der ukrainische Nationalspieler den Ball sehenswert in Arjen-Robben-Manier von der Strafraumgrenze in den Winkel. Sein erstes Tor für den BVB feierte Jarmolenko mit einem Kuss auf den Unterarm.

Angebliches Abseits verhindert Aubameyang-Treffer

Die Begegnung blieb intensiv, das Tempo hoch und Dortmund bei schnellen Gegenangriffen verwundbar. Tottenham-Torjäger Kane zeigte seine ganze Klasse und sorgte für die erneute Führung. Ömer Toprak, der den verletzten Marc Bartra vertrat, agierte in dieser Szene viel zu zögerlich. Allerdings hatte sich Kane zuvor äußerst robust gegen Nuri Sahin durchgesetzt, ein Pfiff des italienischen Schiedsrichters Gianluca Rocchi blieb aber aus.

Die Schwarz-Gelben taten sich schwer, Lücken zu finden. Dem BVB-Spiel mangelte es Mitte der ersten Halbzeit an Ideen und Tempo. Pierre-Emerick Aubameyang (30.) und Christian Pulisic (36.) kamen zudem einen Schritt zu spät.

Nach dem Wechsel war Dortmund weiter bemüht, Tottenham verteidigte aber mit großer Leidenschaft und konterte gefährlich. Der englische Nationalspieler Kane (50.) und Son (51.) vergaben gute Möglichkeiten zum dritten Treffer. Auf der anderen Seite hatte Aubameyang Pech, dass sein regulärer Treffer nach Dahoud-Flanke wegen einer angeblichen Abseitsposition nicht anerkannt wurde (56.). Vier Minuten später versetzte Kane mit seinem zweiten Treffer dem BVB den nächsten Tiefschlag. Bosz reagierte und brachte Götze (66.) - es half nichts mehr.

"Wir hatten Tottenham in der ersten Halbzeit unter Kontrolle, aber schwere Fehlentscheidungen des Schiedsrichters haben das Spiel extrem beeinflusst", klagte BVB-Innenverteidiger Ömer Toprak im ZDF: "Für ein Auswärtsspiel haben wir es eigentlich sehr, sehr gut gemacht." Bosz zeigte sich "enttäuscht: Da war weit mehr für uns drin."

Quelle: n-tv.de , ara/sid

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