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Legende Maske ist in Sorge "Das Boxen braucht dringend gute Kämpfe"

Die Qualität ist da - doch vielen deutschen Boxern fehlt die Story, meint Box-Legende Henry Maske.

Die Qualität ist da - doch vielen deutschen Boxern fehlt die Story, meint Box-Legende Henry Maske.

(Foto: imago/Future Image)

Kriselnde TV-Quoten und Doping Affären: Um den deutschen Boxsport steht es zuletzt alles andere als gut. Ex-Weltmeister Henry Maske nimmt den deutschen Nachwuchs in die Pflicht - denn der Frühling der Mega-Kämpfe soll die Wende bringen.

Frühlingserwachen oder neue Rückschläge: Das kriselnde Profiboxen in Deutschland steht vor einer großen Bewährungsprobe. In den nächsten sieben Wochen kämpft alles, was in Deutschland noch Rang und Namen hat. Die "Macher" der Boxszene hoffen auf einen Schub.

"Das Boxen braucht dringend gute Kämpfe. Dann steigt auch das Interesse wieder", sagte Ex-Weltmeister Henry Maske. Und Kult-Trainer Ulli Wegner betont: "Unsere Boxer standen zuletzt nicht so im Fokus. Das muss sich schnell wieder ändern." Die TV-Quoten waren zum Teil schlecht. Den letzten WM-Kampf von Jürgen Brähmer wollten nicht mal mehr zwei Millionen TV-Zuschauer sehen.

Zudem sorgten Doping-Affären wie die von Felix Sturm für negative Schlagzeilen. Ein weiteres Problem: Junge Kämpfer wie die Weltmeister Jack Culcay und Tyron Zeuge sind der Öffentlichkeit kaum bekannt. "Vielleicht ändert sich das in den nächsten Wochen", sagt Wegner. Fünf Top-Kämpfe stehen bis Ende April auf dem Programm.

Culcay, Zeuge, Huck, Abraham, Klitschko

Den Anfang macht Wegners einzig verbliebener Weltmeister Culcay am Samstag in Ludwigshafen. Der Kampf gegen den ungeschlagenen US-Amerikaner Demetrius Andrade bietet dem "Golden Boy" aus Darmstadt die Chance, sich endlich in die Herzen der Fans zu boxen. Nicht einfacher wird es am 25. März für Weltmeister Zeuge. Der Berliner trifft auf die "K.o.-Granate" Isaac Ekpo aus Nigeria und braucht einen guten Tag.

Marco Huck boxt am 1. April in Dortmund gegen Mairis Briedis (Lettland), Arthur Abraham am 22. April in Erfurt gegen Robin Krasniqi (München). Zum großen Finale tritt der Wahl-Hamburger Wladimir Klitschko am 29. April gegen den Briten Anthony Joshua im Schwergewichts-Fight vor 90.000 Zuschauern im Wembley-Stadion an.

"Klitschko wird natürlich genug Interesse auf sich ziehen. Aber auch die anderen Kämpfer müssen überzeugen, am besten durch Qualität im Ring", sagt Maske. Die Story drumherum könne noch so heiß gestrickt sein, "die Leute schauen genau hin, ob der Kerl im Ring etwas kann oder nicht. Darum geht es", meint der frühere Profi-Weltmeister (1993 bis 1996).

"Haben genug Talente"

Wegner weiß nur zu gut, wie sehr seine Sportart auf Persönlichkeiten angewiesen ist. "Nach der Wende hatten wir den Boom mit Maske, Michalczewski und Ottke. Die kannte jeder, die wollte jeder sehen", sagt der Trainer-Fuchs. Nun müsse man eine neue Generation aufbauen: "Wir haben genug Talente, auch im zweiten Glied, hinter Culcay und Zeuge."

Maske wünscht sich, dass gerade die jüngeren Weltmeister Culcay und Zeuge verstehen, welchen Auftrag sie haben. "Das sind große Hoffnungsträger für den Sport. Ich würde mir wünschen, dass sie hart an ihrer sportlichen Entwicklung arbeiten und gute Botschafter werden", sagt der einstige Gentleman-Boxer Maske.

Zunächst gesichert ist für das deutsche Profiboxen die wichtige Zusammenarbeit mit den TV-Sendern. RTL und ProSieben/Sat.1 haben sich zum Sport bekannt. Nun müssen die Faustkämpfer liefern. In den nächsten Wochen bieten sich genug Gelegenheiten dazu.

Quelle: n-tv.de , Nikolaj Stobbe, sid

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