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Knockout-Krimi gegen Frankreich DBB-Team schafft die EM-Sensation

"Yeeeeessss!!!" - Die deutschen Basketballer schmeißen die hochgewetteten Franzosen aus der EM.

"Yeeeeessss!!!" - Die deutschen Basketballer schmeißen die hochgewetteten Franzosen aus der EM.

(Foto: imago/Camera 4)

Deutschlands Basketballer schaffen die EM-Sensation: In einem dramatischen Achtelfinale setzt sich das Team gegen Frankreich durch. Matchwinner werden neben NBA-Star Dennis Schröder der wuchtige Daniel Theis und der nervenstarke Kapitän Robin Benzing.

Die deutschen Basketballer um NBA-Profi Dennis Schröder haben ihren Höhenflug bei der EM fortgesetzt und den ersten Viertelfinaleinzug seit zehn Jahren perfekt gemacht. Das Team von Bundestrainer Chris Fleming schlug Frankreich im Achtelfinale von Istanbul nach einer beeindruckenden Vorstellung 84:81 (34:40), am Dienstag geht es gegen Titelverteidiger und Turnierfavorit Spanien oder Gastgeber Türkei. Schröder kam in der Sinan Erdem Arena auf 21, Daniel Theis auf 22 Punkte. Schon jetzt ist es für das Nationalteam die erfolgreichste EuroBasket seit 2007, als das Aus im Viertelfinale gegen Spanien kam. 2013 und 2015 war die DBB-Auswahl jeweils in der Vorrunde gescheitert.

"Wir können jeden schlagen, wenn wir alles richtig machen. Wir dürfen keine Angst haben", sagte Schröder nach dem Coup: "Im ersten Viertel habe ich nicht gut gespielt. Wir haben das Spiel gewonnen, das ist die Hauptsache." Auch der starke Lucca Staiger war von der Performance der Mannschaft begeistert: "Es war wie in jedem Spiel eine Teamleistung", lobte er und blickte nach vorn: "In so einem Turnier geht immer alles. Nicht viele hätten gedacht, dass wir heute gewinnen."

Wie schon vor zwei Wochen im letzten EM-Härtetest in Berlin, wo es gegen die Franzosen eine Niederlage gegeben hatte (79:85), hatte das DBB-Team anfangs aber zunächst Probleme. Die Würfe fielen nicht, Schröder kam kaum zur Geltung und der Weltranglistenvierte aus Frankreich zu einfach zu Punkten. Nach nicht einmal sechs Minuten war der Rückstand bereits zweistellig (4:14), Fleming nahm die erste Auszeit. Zunächst blieb das Bild auch danach gleich. Die deutsche Mannschaft ließ zu viel liegen und hatte große Probleme beim Rebound. Schlüsselspieler Schröder war im Angriff fast abgemeldet, erstmals im Turnierverlauf erzielte der Braunschweiger im ersten Viertel keinen Punkt.

Schröder dreht spät, aber gewaltig auf

Kurz vor der Pause brach der Point Guard dann endlich den Bann und traf von der Freiwurflinie. Dank einer Steigerung in der Schlussphase mit zwei weiteren Korberfolgen von Schröder führte Frankreich beim Gang in die Kabine nur mit sechs Punkten. Das Nachbarschaftsduell mit dem Europameister von 2013, der die Gruppenphase wie die deutsche Mannschaft mit drei Siegen und zwei Niederlagen abgeschlossen hatte, war im zweiten Durchgang schnell wieder völlig offen. Schröder wurde besser und besser, Maodo Lo sorgte für die erste Führung (58:56/31.).

Die deutsche Mannschaft überzeugte erneut mit einer Teamleistung, plötzlich passten auch die Dreier und die Überraschung lag in der Luft. "Bewegt weiter den Ball", forderte Fleming, die Spieler folgten. Kapitän Robin Benzing sorgte für das 70:65 (36.), Frankreich wackelte.  Als Schröder zum 81:74 traf, sah es glänzend aus. Doch Frankreich kam nach einem Ballverlust der Deutschen durch Evan Fournier elf Sekunden vor dem Ende noch einmal dicht heran (79:81). Benzing traf mit zwei Freiwürfen zum 84:81, Nando de Colo vergab die Chance zum Ausgleich, die Überraschung war perfekt.

Quelle: n-tv.de , tno/sid

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