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Großbritanniens Staffel siegt Bolt verabschiedet sich mit einem Drama

Nichts geht mehr: Usain Bolt gibt auf.

Nichts geht mehr: Usain Bolt gibt auf.

(Foto: REUTERS)

In seinem letzten Rennen will Usain Bolt die 4x100-Meter-Staffel Jamaikas zum WM-Sieg führen. Doch dann muss der große Mann der Leichtatletik als Schlussläufer verletzt aufgeben. Die Briten rennen derweil sensationell zu Gold, Silber geht an die USA.

Sturz statt Sieg, Drama statt goldenes Dutzend: Usain Bolts einmalige Sportkarriere ist mit einem Sturz im Staffelfinale fast schon tragisch zu Ende gegangen. Der schnellste Sprinter der Welt strauchelte am Samstagabend bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London als Schlussläufer von Jamaikas Staffelquartett 50 Meter vor dem Ziel. Als um 22.03 Uhr Ortszeit (23.03 Uhr MESZ) alles aus und vorbei war, musste der 30-Jährige von seinen Staffelkumpels Omar McLeod, Julian Forte und Yohan Blake getröstet werden. Zu WM-Beginn hatte Bolt immerhin noch Bronze über 100 Meter geholt.

Die Lichtgestalt der Leichtathletik am Boden - eine seltene Szene. Eigentlich wollte der schnellste Mann der Welt mit dem zwölften WM-Titel in die Sport-Rente gehen - doch es sollte nicht sein. Dass die Briten am Ende sensationell Gold holten, geriet an diesem Abend zu einer Randnotiz.

Briten feiern Bolt mit Standing Ovations

Der überragende Sprinter der vergangenen zehn Jahre hat acht olympische Goldmedaillen geholt, fünf Weltrekorde aufgestellt und unzählige Rennen gewonnen. Mit seinen Erfolgen verschaffte der schnellste Mann der Welt seiner olympischen Sportart enorme Anziehungskraft. Seine berühmte Bogenschütze-Siegerpose wurde zum Markenzeichen, das inzwischen Millionen Menschen kennen. Doch Statistiken zählten an diesem denkwürdigen Abend, an dem auch die deutschen Leichtathleten für viel Medaillenglanz sorgten, nicht: Die 56.000 Zuschauer im vollen Olympiastadion, wo Bolt 2012 gleich dreimal triumphierte, litten mit Jamaikas Nationalhelden. Schon beim Vorlauf hatten sie Bolt immer wieder mit Sprechchören und Standing Ovations gefeiert.

"Die Energie in diesem Stadion ist wirklich außergewöhnlich", sagte er. Der Abschied von seinen Fans werde ihm schwerfallen. Ein bisschen Wehmut war dabei, aber: "Ich bin happy. Ich bin gesegnet." Am 21. August wird Bolt 31, dann ist der sprintende Mulimillionär bereits Sportpensionär. Dass er in London über 100 Meter nur Bronze holte und dem ehemaligen Dopingsünder Justin Gatlin zu Gold gratulierte, hat ihm nicht geschadet. Im Gegenteil: Die ganze Welt hat gesehen, dass Bolt auch verlieren und in der Niederlage Größe zeigen kann.

US-Läufer unterliegen Großbritannien

Usain St. Leo Bolt ist heute einer der bekanntesten Menschen auf diesem Planeten und ein Jahrhundertsportler wie Muhammad Ali. Rund 4,8 Millionen Follower hat er auf Twitter, 18,8 Millionen folgen ihm auf Facebook, 7,4 Millionen bei Instagram. Schon nach seinem 200-Meter-Triumph bei den Olympischen Spielen 2012 in London verkündete er: "Ich bin jetzt eine Legende. Ich bin der großartigste lebende Athlet."

An dieser Ausnahmekarriere ändert auch das Drama von London nichts. Nach dem Aus der Jamaikaner gewann die Staffel aus Großbritannien völlig überraschend die Goldmedaille und verdrängte das US-Favoritenteam um Gatlin auf Platz zwei. Bronze sicherte sich Japan.

Quelle: n-tv.de , sgi/jve/dpa/sid

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