Reise

Städtetrip nach England Was der römische Wellnesstempel Bath bietet

Von Sonja Gurris, Bath

Royal Crescent.

Royal Crescent.

(Foto: Sonja Gurris)

Die römischen Bäder gaben Bath den Namen, doch die Stadt bietet nicht nur alte Steine. Der westenglische Ort ist zwar voll von Historie, doch auch heute lässt es sich hier wunderbar entspannen und flanieren. Ein Trip nach Bath ist eine Landpartie ins Unesco-Weltkulturerbe.

Sie wollen eine Städtereise machen, aber keine Megacity entdecken? Dann ist Bath vielleicht eine gute Option. Die kleine Stadt im Westen Englands ist wirklich überschaubar, zweifelsohne sehr hübsch und das ideale entspannte Ziel für alle, die gerne wie in einer Filmkulisse umherflanieren wollen. Vom Flughafen Bristol dauert es keine Stunde, bis man die Römerstadt mit dem Auto oder Zug erreicht.

Morgens um neun Uhr ist es auch an einem Samstag noch relativ einfach, sich die Top-Attraktion der Stadt anzuschauen: die römischen Bäder. Die Römer vermuteten die Götter als Urheber der heißen Quellen und huldigten ihnen - und sie bauten ihre prachtvollen Baderäume auf, die Wasch- und Begegnungsstätten gleichermaßen waren. Heute ist es immer noch sehr geschäftig in diesen Bädern - Besucher aus England, Frankreich und China laufen mit ihren Lautsprecher-Tourguides in den Gängen umher und versuchen sich in die Römerzeit hineinzuversetzen. Natürlich posieren sie auch für das eine oder anderer Selfie.

Park am River Avon.

Park am River Avon.

(Foto: Sonja Gurris)

Wer sich konzentriert, sieht im Hauptbecken auch die kleinen Dampfwolken, die die heißen Quellen markieren. Um 10.30 Uhr ist die Schlange vor dem Bäder-Museum schon sehr lang. Dennoch ist die Stadt an sich nicht unangenehm voll. Die Bäder sind das Aushängeschild der Stadt, doch drumherum gibt es viele kleine Orte, die sich zu entdecken lohnen. 

Blick auf die römischen Bäder.

Blick auf die römischen Bäder.

(Foto: Sonja Gurris)

Von den alten zu den neuen Bädern

"Wir haben derzeit viele englische Touristen hier, im Sommer kommen viele Sprachschüler her", erklärt die Stadtführerin. Es lockt nicht nur die historische, sondern auch die gegenwärtige Badekultur: Seit 2006 gibt es in Bath auch eine Therme (Thermae Bath Spa). "Hier kann man auch heute schwimmen, entspannen und man hat einen tollen Blick auf die Bath Abbey, aber an einem Samstagvormittag ist es ziemlich voll", erzählt die Touristenführerin Gayle. Die Schlange am Eingang spricht Bände. Wer die Therme besuchen will, sollte nicht auf spontanen Eintritt hoffen, sondern vorab reservieren.

"410 sind die Römer gegangen, dann kamen die Angelsachsen und sie waren nicht in Baden und auch nicht an Waschen interessiert. Die Stadt war immer ruhig und beschaulich - und es blieb so gemütlich bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts als Queen Anne kam", erklärt die Touristenführerin. Der königlichen Familie folgten auch die Schönen und Reichen. Die Landpartie in Bath war geboren. Die Stadt wurde zum Hotspot direkt hinter London.

Nicht nur die Römer wussten Bath zu schätzen.

Nicht nur die Römer wussten Bath zu schätzen.

(Foto: Visit Britain)

Landpartie - sehen und gesehen werden

Raus aus der Großstadt, rauf aufs Land war die Devise. Eine Bath-Besucherin und Bewohnerin war die Autorin Jane Austen - sie kam 1801 und zieht bis heute Fans in die Stadt: "Ich kenne Leute, die jedes Jahr zum Jane-Austen-Festival herkommen, sich verkleiden und das hier in Bath feiern", sagt die Führerin und zeigt auf das Jane-Austen-Center. Die Autorin machte sich in ihren Büchern über die feine Gesellschaft in Bath lustig, doch sie selbst war auch ein Teil dieser Eliten. Auf ihren Wegen können Touristen flanieren.

An dieser Brücke wurde eine Szene des "Les Miserable"- Film aus dem Jahr 2013 gedreht.

An dieser Brücke wurde eine Szene des "Les Miserable"- Film aus dem Jahr 2013 gedreht.

(Foto: Sonja Gurris)

Bath ist der ideale Ort für kurzweilige Spaziergänge - jeder bekommt unmittelbar das Gefühl, sich in der Vergangenheit zu bewegen. Prachtvolle Straßen wie die Great Pultneney Street, das monumentale Gebäude Royal Cresent mit einem riesigen Park und die Bath Abbey liegen nahe beieinander - ideal, um ein oder zwei Tage im kleinen Ort zu verbringen. Doch nicht alles ist auf die Vergangenheit fokussiert. Wenn der lokale Rugbyverein spielt, dann wird es im beschaulichen Bath schon mal etwas lauter. Das Stadion liegt genau neben den historischen Stätten - und zieht die Besucher sogleich wieder ins Hier und Jetzt, wenn die Fans jubeln.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte das Stadtzentrum verlassen und die hügelige Landschaft rundherum erkunden. Liebhaber von Parks und Gartenkunst werden hier fündig Bath ist nicht mehr die Nummer zwei hinter London, aber in der Stadt am Fluss Avon können Besucher viel Geschichte spüren - und wie die Römer ganz einfach entspannen. Ob beim Schwimmen oder Flanieren, das funktioniert gestern wie heute genauso gut. Und sehen und gesehen werden gilt auch immer noch.

*Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Quelle: n-tv.de

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