Reise

Besuch bei Flugzeugtechnikern So werden die Ferienflieger gewartet

Ein Flugzeug im Hangar.

Ein Flugzeug im Hangar.

(Foto: Condor)

Wie wird die Sicherheit von Flugzeugen jederzeit gewährleistet? In welchen Formen gibt es regelmäßige Checks und wer koordiniert das alles? n-tv.de hat die Condor Technik-Werft in Berlin besucht und zeigt, wie komplex Flugzeugsicherheit wirklich ist.

Es ist ein regnerischer Morgen in Berlin-Schönefeld. Mit Blick auf den Flughafen BER arbeiten hier Techniker von Condor an Airbus-Maschinen. Gerade steht eine A321 im Hangar. Ein riesiges Flugzeug - gerade wenn es nicht auf dem Rollfeld steht, wirkt es umso imposanter. An Orten wie diesen werden die Flugzeuge auf Vordermann gebracht, auf Herz und Nieren geprüft. Das passiert täglich, damit Passagiere sicher durch Europa fliegen können.

Manche Menschen haben ein mulmiges Gefühl, wenn sie ein Flugzeug betreten. Wenn es nach den Technikern geht, die weltweit die Maschinen warten, wären diese Sorgen unbegründet, meint zumindest der Technische Betriebsleiter der Condor in Schönefeld: "Flugzeuge sind von Hause aus sicher; wir können sie nur sicherhalten und das ist unsere tägliche Aufgabe. Da gibt es auch kein Abstriche." So Frank Dräger - er verantwortet die Sicherheitschecks der 16 Airbus-Maschinen der Condor, die Teil der Thomas Cook Group Airlines sind.

Frank Dräger verantwortet die Sicherheitschecks.

Frank Dräger verantwortet die Sicherheitschecks.

(Foto: Sonja Gurris)

Bei einem Rundgang erklärt er, wie die Arbeiten hier ablaufen: "Dieses Flugzeug wird um 12.30 Uhr ausrangiert und dann kommt das nächste Flugzeug rein, wo dieses Triebwerk eingebaut wird. Für so einen Triebwerkswechsel haben wir in der Planung 30 Stunden Zeit. Da muss dann auch alles logistisch klappen, da müssen die Kräne da sein, das ganze Spezialequipment." Ein Triebwerkswechsel ist eine ziemlich große Sache, ein komplett neues kostet etwa 7 bis 10 Millionen US-Dollar, mit allem Drum und Dran. Ein solch großer Aufwand ist in so einer Werft nicht alltäglich.

Techniker bei der Kontrolle.

Techniker bei der Kontrolle.

(Foto: Condor)
Checksysteme und Techniker

Andere Arbeiten sind dagegen Routine: Die Flugzeugtechniker unterscheiden zwischen "daily (täglich)", "weekly (wöchentlich)", und "A-Checks" (alle 600 Flugstunden). Alle Sicherheitschecks sind genauestens vorgeschrieben. Doch es reicht nicht nur, dass diese Sicherheitskontrollen am Flugzeug gemacht werden, sondern es ist auch wichtig, wer sie macht. Ebenso wie Piloten müssen Flugzeugtechniker eine lange Ausbildung durchlaufen.

Bis sie das erste Mal eigenverantwortlich an einem Flugzeug schrauben dürfen, schauen sie nach Angaben von Dräger mehrere Jahre zu – und die Qualifikationsstufen sind hoch. Drei verschiedene Level gibt es. Frank Dräger, selbst gelernter Techniker, sagt: "Um einen Techniker auszubilden, der die höchste Qualifikation hat, brauchen Sie schon von den europäischen Luftfahrtvorschriften her ähnlich lange, wie einen Piloten auszubilden."

Erster Kontaktmann für die Crew als Wartungsleiter

Doch im Schönefelder Betrieb wird nicht nur geschraubt, sondern auch koordiniert. Matthias Geier ist gerade der Wartungsleiter vom Dienst und hält die Fäden in der Hand, auch für die Flugzeuge, die schon wieder in der Luft sind. An seinem Arbeitsplatz kann er den Lärm der startenden und landenden Maschinen in Schönefeld hören. Wenn etwas mit den Condor-Flugzeugen passiert, ist er der Kontaktmann zu den Piloten: "Ich muss koordinieren, dass die Flugzeuge morgens pünktlich losfliegen, dass keine technischen Beanstandungen dort sind. Und wenn die Flugzeuge auf dem Weg sind, dann rufen die Crews manchmal an, wenn sie Probleme haben. Ob das verstopfte Toiletten sind oder Probleme mit dem Autopiloten - ich muss dann während des Fluges darauf reagieren."

Matthias Geier hat den Überblick über die Condor-Airbusse.

Matthias Geier hat den Überblick über die Condor-Airbusse.

(Foto: Sonja Gurris)

Doch wie funktioniert so was genau? "Die Crews schreiben mir so eine Art SMS aus dem Flugzeug und die muss ich dann beantworten und eine Lösung dafür finden. Ein Beispiel wäre: Wir haben einen Blitzschlag während des Fluges gehabt - sollen wir jetzt umkehren?" Geier wirkt ruhig und besonnen, schaut auf seinen Bildschirm und checkt weiter die Lage. Er ist gelernter Flugzeugtechniker und hat eine Prüferlizenz gemacht.

Ob Blitzschlag, kaputte Toiletten oder Bordelektronik – egal, welche Probleme auftreten, der Wartungsleiter vom Dienst ist eine wichtige Person am Boden und sorgt somit erheblich für die Sicherheit der Flugpassagiere – genau wie Techniker und Piloten sowie viele andere Kollegen in der Condor-Zentrale in Frankfurt. Die Arbeiten laufen Hand in Hand ab, damit nichts passiert und die Reisenden jederzeit sicher sind.

Jede Maschine hat eine Art Handbuch mit den aktuellen Infos über sie.

Jede Maschine hat eine Art Handbuch mit den aktuellen Infos über sie.

(Foto: Sonja Gurris)

Das Telefon von Matthias Geier klingelt - es ist kein Pilot, er bekommt das Kommando, dass der Airbus aus dem Hangar nun wieder freigegeben ist. Nach dem Routine-Check dieser A321 wird er in wenigen Stunden wieder im Einsatz sein und Feriengäste nach Mallorca fliegen. Dass die Maschine eben noch in der Schönefelder Werft stand, davon bekommen die Passagiere nichts mit.

Quelle: n-tv.de