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Zehn Spartipps für Big Apple New York muss nicht immer teuer sein

Nachts sehr beeindruckend, tagsüber na ja: Der Times Square in New York City.

Nachts sehr beeindruckend, tagsüber na ja: Der Times Square in New York City.

(Foto: picture alliance / dpa)

Da freut man sich, endlich einmal in der Stadt der Städte zu sein und dann stellt man fest, wie teuer New York ist. Aber mit viel Geld eine gute Zeit haben kann ja jeder. Mit diesen zehn Spartipps geht es auch ohne.

Diese Stadt ist gefährlich. Nicht, weil es in New York so viel Kriminalität gäbe, das ist lange vorbei. Nein, diese Stadt kann den Besucher mitreißen, ihn aus seinem Leben schleudern und das Gefühl geben, dass zu Hause alles ein bisschen klein, ein bisschen blass und ein bisschen langweilig ist. In fast jeder Ecke Manhattans scheint mal etwas Bedeutendes passiert zu sein, der Hot Dog schmeckt besser als zu Hause und nirgendwo sonst ist es so aufregend, mit einem Kaffeebecher durch die Bahnhofshalle zu hasten. Doch auf die erste Begeisterung für die legendäre Metropole folgt oft die Ernüchterung. New York ist auch unfassbar teuer.

Ein Burger mit Getränk kostet im Restaurant locker mal 25, ein Bier gibt es selten unter 7 und der Eintritt ins Museum kostet meistens um die 20 Dollar. Wer sich eine Woche unter die 8,5 Millionen Einwohner der Stadt mischt, muss also viel Geld mitbringen. Doch selbst in New York gibt es viele Vergnügungen, die nichts oder wenig kosten und genauso das City-Feeling vermitteln wie die teuren Sehenswürdigkeiten. Und da jeder von alleine darauf kommt, dass man im Central Park joggen oder spazieren gehen kann, ist das bei den folgenden zehn Spartipps für New York nicht einmal dabei!

Tipp 1: Ausblicke

Wer in Manhattan ist, möchte unweigerlich auch mal auf einen der Wolkenkratzer hinauf. Wer die gut 30 Dollar Eintritt für das neue One World Trade Center, das Empire State Building oder das Rockefeller Center ("Top of the Rock") bezahlen will, sollte das tun. Wir empfehlen den "Top of the Rock" wegen der schönen Aussicht auf den Central Park und das nahe gelegene Empire State Building. Doch man kann auch wundervolle Ausblicke ohne Eintritt erleben. Zum Beispiel von der Seilbahn-Gondel aus, die Manhattan und Roosevelt Island verbindet. Die führt von der 60. Straße Ecke 2nd Avenue über den East River auf die längliche Insel und gehört zum öffentlichen Verkehrssystem. Die Kabine surrt zwischen den Wolkenkratzern hindurch und eröffnet Blicke durch Straßenschluchten und über den Fluss hinweg auf die Skyline.

Aus den Gondeln der Tramway hat man eine super Aussicht.

Aus den Gondeln der Tramway hat man eine super Aussicht.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Auf Roosevelt Island sollte man dem schönen Uferweg zum Park an der Südspitze folgen. Unterwegs eröffnet sich ein schönes Panorama mit Empire State und Chrysler Buildung und dem Sitz der Vereinten Nationen. Ein grandioser Blick auf Downtown Manhattan erwartet den Besucher auch einige Kilometer weiter im Süden, an der Uferpromenade von Brooklyn Heights. Wer sich vorher auf der Montague Street einen Kaffee und einen Bagel geholt hat, kann sich dort auf einer Bank niederlassen und sich dem New-York-Gefühl hingeben. Wer in Queens unterkommt, sollte zumindest einmal mit der oberirdischen, aber auch langsamen U-Bahnline 7 nach Manhattan fahren. Auch dort erwartet den Besucher ein Blick, der zumindest beim ersten Mal Gänsehaut auslöst.

Tipp 2: Brooklyn Bridge im Abendlicht

Gut, auf die Brooklyn Bridge muss man eigentlich keinen New-York-Besucher hinweisen. Die Brücke überspannt den East River, ist rund 1,8 Kilometer lang und einfach ein beeindruckendes Bauwerk. Man besucht sie am besten am Abend, wenn die Sonne hinter den Wolkenkratzern verschwindet und die letzten Strahlen die mächtigen Pfeiler in weiches und warmes Licht tauchen. Man kann sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad überqueren und dabei den im Stau stehenden Autofahrern zuwinken. Die Aussichten auf Manhattan sind einzigartig - und wenn das Licht dann so richtig schön ist, entstehen die schönsten Urlaubsfotos.

Am Abend ist es am schönsten auf der Brooklyn Bridge.

Am Abend ist es am schönsten auf der Brooklyn Bridge.

(Foto: dpa)

Tipp 3: Mit der Staten Island Ferry zur Freiheitsstatue

Wer nach New York kommt, will die Freiheitsstatue sehen, da gibt es überhaupt kein Vertun. Eine Fähre startet mehrmals täglich von Castle Clinton im Battery Park an der Südspitze Manhattans – doch der Spaß kostet rund 20 Dollar. Fairerweise muss man sagen, dass dann aber auch eine interessante Besichtigung von Ellis Island inklusive ist. Dort wurden die Einwanderer bis in die 1920er-Jahre untersucht und registriert. Wer aber vor allem einmal die Statue selbst aus der Nähe sehen will und auf einen Landgang verzichten kann, der sollte eine Tour mit der Staten Island Ferry machen. Die Fähre ist kostenlos und verbindet Manhattan mit der vorgelagerten Insel Staten Island, die einer der fünf Großbezirke (Boroughs) von New York ist. Von dem orangefarbenen Schiff aus kann man die Statue aus wenigen hundert Metern Entfernung betrachten.

Tipp 4: Pastrami-Sandwich bei Eisenberg

New York ist auch berühmt für all die kleinen Buden und Wagen, die günstiges, aber gutes Essen zum Mitnehmen verkaufen. Streetfood ist das Stichwort. Für sieben bis acht Dollar bekommt man dick belegte USA-typische Sandwiches, mexikanische Burritos und sonstige Leckereien aus der ganzen Welt. Eine berühmte New Yorker Erfindung ist das Pastrami-Sandwich. Der berühmteste Verkäufer ist das Diner Katz's an der Houston Street. Doch in dem oft überfüllten Laden kostet die Spezialität mal eben 20 Dollar. Ein ebenso gutes Exemplar mit Legendenstatus bekommt man gegenüber vom Flatiron Building an der Fifth Avenue bei Eisenberg. Dort zahlt man zwar auch 13 Dollar, kann sich dann aber anschließend gemütlich in den Madison Square Park setzen. Viele Delis (kleine Geschäfte mit Sandwich-Verkauf) haben auch Pastrami und andere Spezialitäten für sieben oder acht Dollar im Angebot.

Katz's Delicatessen ist eine New Yorker Institution, immer voll und ziemlich teuer.

Katz's Delicatessen ist eine New Yorker Institution, immer voll und ziemlich teuer.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Tipp 5: Freier Eintritt im Museum

Wer sich für Kunst interessiert, kommt in New York auf seine, ja, hier kommt das böse Wort: Kosten. Denn das Museum of Modern Art (Moma), das Metropolitan Museum of Art (Met) und viele andere nehmen um die 20 Dollar Eintritt. Doch es gibt ein Schlupfloch für alle Sparfüchse. Fürs Moma muss man freitags zwischen 16 und 20 Uhr keinen Eintritt zahlen. Ähnliche Aktionen bieten auch viele andere Museen. Im Guggenheim-Museum kann man samstags  zwischen 17:45 und 19:45 Uhr den Eintrittspreis selbst bestimmen. Überdies haben viele Museen immer freien Eintritt. Eine Liste gibt es auf der englischsprachigen Webseite nycgo.com.

Tipp 6: Sparen bei Philharmonie und Musical

Musik und New York, man muss eigentlich nicht weiterreden. Rock'n'Roll, Jazz, Soul und Hip-Hop gehören zur DNA der Stadt – und natürlich all die Musicals. Eine reguläre Eintrittskarte für eine Broadwayshow kann allerdings locker weit über 100 Dollar kosten, doch es geht auch günstiger. Am Times Square gibt es einen Last-Minute-Ticketverkauf ("TKTS", zu erkennen an der langen Schlange). Dort kann man Eintrittskarten zu stark reduzierten Preisen ergattern. Wer flexibel bei der Auswahl ist, den erwarten Schnäppchen. Die kann man aber auch im Netz über die App "TodayTix" schießen. Übrigens, "Schnäppchen" bedeutet zwischen 40 und 90 Dollar.

Liza Minelli gehört zu den Musical-Legenden des Broadway.

Liza Minelli gehört zu den Musical-Legenden des Broadway.

Auch klassische Musik ist ganz groß am Big Apple. Die New Yorker Philharmoniker sind eins der besten Orchester der Welt – und ihre Konzerte leider recht teuer. Doch gelegentlich spielen sie Gratis-Konzerte, etwa die Reihe "Concerts in the Parks". Ein Blick auf ihre Website verrät mehr. Freitags werden zudem 100 Tickets an junge Leute zwischen 13 und 26 gratis verteilt. Eine regelmäßige Möglichkeit, die Philharmoniker zu sehen, ohne viel zu zahlen, sind die offenen Proben. Die kosten allerdings auch immerhin 20 Dollar und beginnen freitags um 9:45 Uhr.

Tipp 7: Besuch einer Late Night Show

Die "Tonight Show" mit Jimmy Fallon, die "Late Show" mit Stephen Colbert oder die "Daily Show" mit Trevor Noah sind Late-Night-Shows in den USA, die die US-Amerikaner lieben – und sie werden alle in New York aufgezeichnet. Auch in Deutschland haben die Moderatoren eine wachsende Fangemeinde, spätestens seit sich Mitschnitte und Videos der Sendungen auch ganz einfach über Youtube anschauen lassen. Für alle, die einmal im Studio dabei sein wollen, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Der Eintritt ist kostenlos, die schlechte: entsprechend schwer ist es, eine Karte zu bekommen. Man muss zunächst im Internet ein Ticket reservieren und sich dann am Nachmittag der Aufzeichnung am Studio einfinden. Doch nur die Ersten werden eingelassen – wer früh da ist, hat also bessere Chancen. Wer Lust hat, das eine oder andere Stündchen zu warten, erlebt dafür hautnah erstklassiges Fernsehen. Das Original eben.

Auch Präsident Obama schaut gerne mal bei Jimmy Fallon vorbei.

Auch Präsident Obama schaut gerne mal bei Jimmy Fallon vorbei.

(Foto: AP)

Tipp 8: Zu den Brooklyn Nets statt zu den New York Knicks

New York ist die Heimat legendärer Sport-Teams – während Baseball und American Football für die meisten Menschen in Deutschland eher exotisch wirken, ist Basketball auch hierzulande zum Volkssport geworden. Viele wollen gerne mal ein Spiel der besten Liga der Welt, der NBA, sehen. Kein Problem in New York. Man hat sogar die Auswahl zwischen zwei Teams. Da wären einmal die Knicks, die im Madison Square Garden spielen – und eindeutig die prestigeträchtigere Mannschaft sind. Doch dafür zahlt man dann auch mal schnell um die 100 Dollar und mehr für eine Eintrittskarte. Günstiger sind da die Brooklyn Nets, die in der Barclay's Arena zu Hause sind. Dort gibt es mitunter auch Karten für unter 20 Dollar.

Tipp 9: Zur Happy Hour in die Bar

Nach einem langen Tag mit Sightseeing möchte man Abends entspannen. Wer nicht völlig k.o. ins Bett fällt, hat vielleicht Lust auf ein Bier, Cocktail oder Longdrink. Doch die Preise machen keinen Spaß. Bier unter sieben Dollar gibt es selten, gemixte Drinks sind entsprechend teurer.  Daher sollte man schon tagsüber die Augen offen halten, wann und wo es eine Happy Hour gibt. Dann halbieren sich die Preise oftmals und angenehm wenige Dollars verlassen das Portemonnaie. Verheißungsvoll ist es auch, eine der vielen Dachterrassen-Bars mit Blick über das Häusermeer zu besuchen. Dabei sollte man darauf achten, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Manchmal kosten die Drinks doppelt so viel, weil erst auf der letzten Seite der Getränkekarte ganz klein steht, dass die günstigen Preise nur zur Happy Hour freitags von 7 bis 8 Uhr morgens gelten.

Tipp 10: Kleines Club-Konzert statt großer Show im Madison Square Garden

Klar, wenn man in New York ist und dort Billy Joel oder Bruce Springsteen im Madison Square Garden spielen, sollte man sich das ansehen. Und die 150 bis 300 Dollar dann eben bezahlen. Oder sind Sie gar kein Fan vom Pianoman aus Long Island und vom Boss aus New Jersey? Und dreistellige Summen muss eine Konzertkarte auch nicht kosten? Es geht auch anders. Wer Lust auf ein authentisches New Yorker Konzertleben hat, kann auch in kleine Clubs gehen und sich Bands der lokalen Szene ansehen – zum Beispiel in der Mercury Lounge an der Houston Street, wo etwa die Karriere der Strokes begann. Dort gibt es die Tickets schon für 10 Dollar. Das Gefühl, abseits der Touri-Pfade zu wandeln, gibt’s gratis dazu. Und wer wirklich gar nichts für gute Musik bezahlen will, sollte U-Bahn fahren. Denn die Straßenmusiker müssen eine Prüfung überstehen, um in den Bahnhöfen spielen zu dürfen. Und die meisten sind wirklich gut.

Quelle: n-tv.de


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