Reise

Tim Nielands "red bus rollin" Mit dem roten Bus durch Europa

Das Leben im Freien bedeutet vor allem Freiheit.

Das Leben im Freien bedeutet vor allem Freiheit.

(Foto: Tim Nieland)

Tim Nieland erfüllt sich den Traum von einer Auszeit. Mit seinem roten Bus durchquert er Europa - ohne dabei etwas Konkretes zu suchen. Mit seinem 36 Jahre alten Gefährt fährt er quer über den Kontinent und will dabei eben keine Liste abhaken.

Tim Nieland hat sich hinter das Steuer seines roten Busses Baujahr 1981 gesetzt und macht sich auf durch Europa - ohne einen Plan. "Viele fragen vor der Abfahrt: neun Wochen? Europa? England, Frankreich, Spanien, Portugal? Das klingt nicht aufregend", fasst er die Meinungen vor der Abreise in Köln zusammen.

Für viele Menschen sind Sehenswürdigkeiten ein Muss - sie bereisen alle Ziele, die in Reiseführern vorgestellt werden. Doch manche, so wie Tim Nieland, suchen etwas ganz anderes: das ganz normale Leben. "Die Antwort wird klarer mit jedem planlosen Meter. Keine Megacities, keine Nationalparks, Naturphänomene, Regenwälder, Trauminseln, keine Inlandsflüge, Zugstrecken, Überlandbusse, Fährtransfers. Kein Reiseführer wälzen mit 'Muss-man-gesehen-haben-Gefühl'. Kein Stress." Doch diese Erkenntnis kam erst später, denn: "Erst war der Plan, eine kleine Weltreise zu machen, Asien oder Neuseeland standen oben auf der Liste. Dann habe ich aber bei der Planung gemerkt, dass mir das zu viel Stress bedeutet, zu viel fliegen, einchecken, auschecken, immer noch mehr sehen wollen, einen draufsetzen." Also hat er eine Route von 2500 Kilometern auf die neun Wochen verteilt und fährt deshalb die Atlantikküste von Frankreich noch Südportugal ab. Während der Reise bloggt er seine Erfahrungen und gibt somit anderen Urlaubern Tipps.

Neun Wochen Auszeit

Von Köln geht es im September in Richtung Salisbury, England, weiter nach Carcan, Bordeaux, Cap Ferret und viele weitere Stationen in Frankreich. Im Oktober rollt der Bus Richtung Spanien und Portugal. Begleitet wird Tim Nieland bei seiner ungeplanten Tour immer wieder von Freunden aus Deutschland, die oft fürs Surfen vorbeikommen wollen. Der Langzeit-Urlauber hat sich eine neunwöchige Auszeit von seinem Job in Köln genommen. 

"Meist campe ich mit dem Bus wild, das geht in Spanien und Portugal perfekt, denn es ist geduldet und es gibt überall Strandduschen. Frankreich ist da ein bisschen strenger, da habe ich auch das eine oder andere Mal einen Campingplatz eingestreut. In größeren Städten lasse ich den Bus auch ab und zu mal eine Nacht stehen und schlafe im Hostel", erklärt Nieland seinen Reisealltag. In seinem Bus fühlt er sich wie zu Hause - vielleicht liegt es auch daran, dass der alte Bus auch schon eine lange Historie hat und vielfach aufgemöbelt wurde. Bereits vor Tims Zeit hat er einiges mitgemacht und musste beispielsweise als Lager für Zigarettenstangen dienen. Der rote Bus rollt und rollt und wird ihn wohl auch nach dieser Auszeit noch weiter durch die Welt chauffieren. Als Zuhause auf wenigen Quadratmetern. Mit wenig Komfort, dafür aber mit viel Freiheit.

Mehr Informationen zur Reise finden Sie in Tim Nielands Blog "red bus rollin".

Quelle: n-tv.de , sgu

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