Reise

Auf den Spuren des Kaisers Majestätisch ruht der Fjord

Von Sonja Gurris

Imposanter Ausblick von der Fähre in Richtung Hellesylt.

Imposanter Ausblick von der Fähre in Richtung Hellesylt.

(Foto: Sonja Gurris)

Das Wasser ist klar, der Blick weit. Die Berge ragen spektakulär empor. Auf dem Geirangerfjord an der Westküste Südnorwegens zeigt sich das Land wie in einem Bilderbuch. Es ist ein Naturparadies, das auch Kaiser Wilhelm II. in den Bann zog.

Am Morgen ist es noch still in Geiranger. Der kleine Ort scheint noch im Dornröschenschlaf zu sein. Noch liegt auch kein Kreuzfahrtschiff vor Anker. Die norwegischen Bewohner und Hotelgäste haben den Ort mit dem malerischen Fjordblick noch ganz für sich. Selbst die Cafés sind noch geschlossen. Nur der einzige Supermarkt und die kleine Schokolaterie "Geiranger Sjokolade" haben auf und rüsten sich für die Touristen, die in einigen Stunden kommen werden.

Schon Kaiser Wilhelm II. hat etwa ein Dutzend Mal diesen Ort besucht und ihn schon früh berühmt gemacht. Zwischen 1890 und 1908 war er regelmäßig zu Gast. Mit seinem Schiff "Hohenzollern" legte er in der Fjord-Bucht an und ging samt seines riesigen Gefolges spazieren. Ob das wohl die Kreuzfahrttouristen spüren, die hier so häufig vorbeischlendern? Ebenso wie der Kaiser früher genießen auch die "normalen" Leute die grandiose Fahrt über den Fjord. Heute geht das auch mithilfe der Fähren.

Ein Kreuzfahrtschiff liegt in der Bucht von Geiranger vor Anker.

Ein Kreuzfahrtschiff liegt in der Bucht von Geiranger vor Anker.

(Foto: Sonja Gurris)

Tosende Wasserfälle am Geirangerfjord.

Tosende Wasserfälle am Geirangerfjord.

(Foto: Sonja Gurris)

Eine spektakuläre Fährfahrt genießen

Eine kleine Fähre macht am Anleger von Geiranger fest. Vor allem chinesische Touristen steigen aus, "bewaffnet" mit allerhand Selfiesticks, die Landschaft samt Leute in Sekundeschnelle dokumentieren sollen. Langsam und unter mittellautem Röhren setzt sich die Fähre in Bewegung. Es geht nach Hellesylt. Kaum liegt der kleine Ort hinter uns, sind wir mitten drin in einer einzigartigen Fjordlandschaft. Hinter jeder Ecke entfaltet die Natur eine neue imposante Facette. Immer wieder tauchen rechts und links große Wasserfälle auf. Ein besonderes Highlight: Norwegens höchster Wasserfall - Syv søstre  (zu deutsch: Sieben Schwestern), er stürzt 250 Meter in die Tiefe.

Ausblick von Balestrand am Sognefjord.

Ausblick von Balestrand am Sognefjord.

(Foto: Sonja Gurris)

Auf der Fähre Richung Hellesylt können Urlauber spektakuläre Fels- und Küstenlandschaften entdecken. Kaum vorstellbar, dass hoch über dem Fjord mitten in den Felsen Bauern lebten und Land bewirtschafteten. Da das Klima im Fjord sehr mild ist und die Sonne im Sommer ununterbrochen scheint, werden hier sogar Aprikosen geerntet.

Des Kaisers Reisen

Der imposante Geirangerfjord ist einer der bekanntesten in ganz Norwegen. Doch die Region hat noch mehr zu bieten: Auch der Sognefjord und Ortschaften wie Balestrand sind für ihre unglaublichen Ausblicke bekannt. Hier machte der deutsche Kaiser ebenfalls Halt. In Fjordnorwegen finden Besucher immer wieder Spuren seiner kaiserlichen Hoheit. Angeblich soll er in Balestrand gesessen haben, als er vom Kriegsbeginn zwischen Österreich und Serbien (und damit vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs) gehört habe. Jedenfalls erzählt das ein Hotelier im Ort - bezeugen soll das ein alter Holzstuhl, auf dem Ort, Datum und die Anwesenheit des Kaiser datiert sind.

Norwegen-Reisende können die kaiserliche Faszination für das Land leicht nachvollziehen. Mit bis zu 700 Metern gehören die Fjorde zu den tiefsten der Welt - und die Berge links und rechts ragen bis zu 2000 Meter in die Höhe. Die gigantische Natur beeindruckt jeden. Die Stille der unendlichen Weiten wird dann nur durch das hastige Geklicke der Selfiestick-Auslöser gestört.

Diese Technik hatte der Kaiser damals nicht zur Verfügung. Er kam schlicht und ergreifend, um die Natur auf sich wirken zu lassen. Das sollten die Urlauber heutzutage vielleicht berücksichtigen. Dann können sie die majestätische Ruhe der Fjorde auch richtig genießen.

*Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise von Visit Norway entstanden.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema