Reise

Do-it-yourself-Reisen Mailand-Trip mit wenig Geld - geht das?

Von Sonja Gurris, Mailand

Der Eingang zum großen Friedhof "Cimitero Monumentale": Ein imposantes Bauwerk, das man kostenlos anschauen kann.

Der Eingang zum großen Friedhof "Cimitero Monumentale": Ein imposantes Bauwerk, das man kostenlos anschauen kann.

Ein Wochenendtrip in die Modemetropole Mailand kann das Portemonnaie ganz schön belasten. Hier ein paar Tipps, wie man auch ohne Taschen voller Geld die Stadt genießen kann.

Mit dem Billigflieger landen täglich Tausende Touristen am Low-Budget-Flughafen in Bergamo – etwa 40 Kilometer vom Stadtzentrum Mailands entfernt. Ist das schon zu viel Reise-Aufwand für einen Städtetrip? Ein Flughafen in der Provinz ist für viele Reisende schon eine Nervenprobe, schließlich sind es noch einige Kilometer bis zum eigentlichen Zielort. Doch der Airport Bergamo (Orio al Serio) bietet eine sehr gute Bus-Anbindung nach Mailand.

Mailand-Städtetrip Infos:

- Flüge mit Billigflieger: ca. 50 Euro

- Bustransfer: 9 Euro

- Tagestickets (3 Stück): ca. 15 Euro

- Hotel (EZ): 100 Euro für zwei Nächte

- Taschengeld: 100 Euro

-------------------------------------------------

3 Tage Mailand: etwa 275 Euro

Hin und zurück kostet ein Flughafen-Shuttle mit Verbindung zum Mailänder Hauptbahnhof 9 Euro. Das ist eine überschaubare Summe - die Busse fahren alle 30 Minuten, sodass Kurzurlauber wenig Zeit verlieren. Die Fahrtzeit dauert zwischen 40 und 60 Minuten. Tickets gibt es online oder auch direkt am Flughafen-Schalter. Diese sind nicht zu übersehen.

Tram-Fahren: Das echte Mailand erleben

Weiter geht es im Mailänder Zentrum - Ankunft am beeindruckenden Hauptbahnhof "Mailano Centrale". Allein der Bahnhof ist schon sehenswert, auch wenn man nicht mit der Bahn reist. Wer selbstständig - ohne Touristenbusse - seine Wege geht, der erlebt mehr und reist günstiger. Das gilt für jeden Städtetrip, aber in Mailand wird man dafür ganz besonders belohnt: Ein Tagesticket für den Mailander ÖPNV (ATM) kostet 4,50 Euro. Wer sich einen Metrofahrplan organisiert, findet sich schnell zurecht und landet fast intuitiv bei den Sightseeing-Höhepunkten.

Die Straßenbahnfahrt ist eine gemütliche Form der Sightseeing-Tour.

Die Straßenbahnfahrt ist eine gemütliche Form der Sightseeing-Tour.

(Foto: Sonja Gurris)

Einfach mal drauflosfahren, kostet vielleicht ein bisschen Überwindung, doch mit dieser Strategie gibt es jede Menge positiver Überraschungen. Die Straßenbahnen haben teilweise sehr alte Wagen mit Holzbänken und ungeschmeidigem Fahrgefühl. Es quietscht und knarzt während der Fahrt. Tipp: Einfach in eine alte Tram einsteigen, ein bisschen herumfahren, hinausgucken und das Ganze auf sich wirken lassen – das ist für sich schon ein kleines Milano-Highlight. Zwischendurch aussteigen, wenn etwas Schönes am Wegesrand liegt, macht dann umso mehr Spaß (siehe Highlights unten).

Über den Dächern der Stadt

Wer es mit der Tram bis zum "Duomo", dem Mailänder Dom, geschafft hat, sieht erst einmal eine riesige Schlange. Ob am Ticketschalter oder am Eingang zur Kirche, es ist ziemlich voll. Morgens um 9 Uhr stehen noch nicht so viele an. Wer nicht online vorbestellt, sollte einfach früh vor Ort sein. Die große Masse der Touristen möchte in den Dom – das kostet 11 bis 15 Euro. Wer Geld und Zeit sparen will, nimmt einfach die Dom-Terrasse mit einem schweißtreibenden Aufstieg. Doch der sportliche Einsatz lohnt sich in jedem Fall: Für vergleichsweise günstige 8 Euro gibt es einen Panorama-Rundumblick und eine kleinen Pause mit Sonnengenuss auf den Domdächern obendrauf. Ja, die touristischen Highlights haben ihre Tücken und Sightseeing macht natürlich auch hungrig und durstig.

Schon auf dem Weg zum Domdach bietet sich ein toller Ausblick. Kosten: 8 Euro.

Schon auf dem Weg zum Domdach bietet sich ein toller Ausblick. Kosten: 8 Euro.

(Foto: Sonja Gurris)

Espresso im Stehen?

In Italien ist ein guter Kaffee Pflicht. Doch eines nervt dann doch: Die hohen Servicegebühren im Café oder Restaurant, obwohl man nur einen kleinen Espresso trinkt. Aber es gibt auch Alternativen. Es wirkt komisch, ist aber die italienische Art: ein Espresso an der Bar. Einfach eine schöne Caffeteria finden und einen leckeren Cappuccino an der Theke genießen, da zahlt man normale Preise und die hohe Gebühr entfällt. Das gibt es sogar mit Blick auf den Duomo – man muss nur wissen, dass es diese Möglichkeit gibt. Beim Essen gilt dieselbe Regel. Wer aber entspannt Abendessen will, der kommt um die Extrazahlung für den Service kaum herum.

Der Dom und Da Vincis "Letztes Abendmahl" sind natürlich die Mailand-Highlights schlechthin – verbunden mit hohen Eintrittspreisen und Warteschlangen. Doch es gibt auch Orte in Mailand, die auch ohne viele Ausgaben eine Besuch wert sind:

Metrostation: Porto Genova/Navigli-Viertel

Der Kanal schlängelt sich durch die Stadt, links und rechts buhlen die Kellner um neue Kundschaft für die unzähligen Restaurants. Doch nur wenige Straßen weiter - dort, wo keine Massen durchströmen - gibt es ein anderes Mailand. Mit kleinen Bäckereien, die zu kleinen Preisen wunderbare Süßigkeiten zaubern und einen leckeren Espresso kredenzen. Auf die Figur achten sollte man bei diesem Trip sowieso nicht, da unzählige Gelaterie (Eisdielen) den Weg säumen.

Das Navigli-Viertel ist eine willkommene Abwechslung zur Innenstadt.

Das Navigli-Viertel ist eine willkommene Abwechslung zur Innenstadt.

(Foto: Sonja Gurris)

Metrostation: Monumentale/Cimitero Monumentale

Klingt zunächst etwas komisch, ist aber ein absolutes Muss für Kunst-Freunde: Der Friedhof "Cimitero Monumentale" hat von außen eine imposante Aufmachung. Es ist ein einzigartiges Bauwerk, das darauf wartet, erkundet zu werden.

Metrostation: Cairoli/Parco, Castello Sforzesco

Kurze Erholun g, Sonne tanken, die Beine auf der Wiese ausstrecken und einfach mal Pause machen, das geht im Parco Sempione besonders gut. Zwischendurch bietet sich dann noch der Blick auf das Highlight Castello Sforzesco - ein Schloss, in dem es viele Museen zu entdecken gibt. Entspannen im Park kostet nichts und ist so was wie eine Oase der Ruhe inmitten der Hektik von Mailand.

Castello Sforzesco

Castello Sforzesco

(Foto: Sonja Gurris)

Quelle: n-tv.de