Reise

Sechs Etappen, 6400 Höhenmeter Auf dem KAT-Walk in den Kitzbüheler Alpen

Der Wilde Kaiser ist eigentlich immer im Blickfeld.

Der Wilde Kaiser ist eigentlich immer im Blickfeld.

(Foto: imago/Westend61)

Der Kitzbüheler Alpen-Trail, der KAT Walk, ist ein Weitwanderweg. Wem er zu lang ist: Seit diesem Sommer kann er auch in kürzeren Varianten gebucht werden, als Rundum-sorglos-Paket mit Gepäcktransport. Der Wilde Kaiser ist immer dabei.

Der KAT Walk Alpin führt immer auf der Sonnenseite von Hopfgarten im Westen bis nach St. Ulrich im Osten. Seit diesem Sommer kann der Weitwanderweg auch in kürzeren Varianten als Rundum-sorglos-Paket mit Gepäcktransport gebucht werden: Neben der Kompakt-Version mit fünf Etappen gibt es die Möglichkeit, nur den ersten oder den letzten Teil zu gehen. Dort wartet mit Anni ein absolutes Highlight. Die Sennerin, die mit 75 Stück Jungvieh ihren sechsten Sommer auf der Winterstelleralm verbringt, bietet die einzige Einkehr auf dieser letzten KAT-Walk-Etappe, die von St. Johann in Tirol durch eine abgeschiedene Bilderbuchidylle mit Kühen und Murmeltieren, traumhaften Aussichten und grenzenloser Ruhe führt.

Auch wenn es von der Winterstelleralm auf 1423 Metern Höhe nur noch eine gute Stunde bis zum Ziel in St. Ulrich ist: Kurz ein Wanderbier genießen - und vom Logenplatz am Berg noch einmal den herrlichen Weitblick in sich aufnehmen, für den der KAT Walk auf all seinen Etappen bekannt ist. Bei Anni schaut man hinab auf den Ort und hinüber zu den Loferer Steinbergen. Das letzte Bild, das der Laufsteg durch die Kitzbüheler Alpen der persönlichen Festplatte schenkt.

Der Wilde Kaiser ist ein stiller Begleiter

Drei Stunden vorher ist der Baumooskogel (1506 Meter) der Star. Bei guter Sicht kann man fast auf den kompletten Weg zurückschauen, der von der Hohen Salve (1829 Meter) über den Gaisberg (1770 Meter) bis zur Ehrenbachhöhe (1802 Meter) und dem Kitzbüheler Horn (1996 Meter) die schönsten Aussichtsgipfel miteinander verbindet. Stiller Begleiter ist immer der Wilde Kaiser - mal mit, mal ohne Wolken vor dem markanten Felsgesicht. Zum Schluss steht er sogar mit seinem eher unbekannten Nordost-Profil Spalier.

Wer es sich leichter machen will, kann auch die Seilbahn nutzen.

Wer es sich leichter machen will, kann auch die Seilbahn nutzen.

(Foto: imago/Westend61)

Ein paar Tage unterwegs, und man lebt den Moment. Das Käsebrot am Gipfel, die Erfrischung im Wildbach. Und man kommt runter, sogar wenn es rauf geht. Denn die Höhenmeter sind der sportliche Preis, den alle KAT-Walker zahlen: Wer nicht in einfachen Hütten mit Etagen-Klo und Vielleicht-Dusche, sondern in gemütlichen Gasthäusern, in 3- und 4-Sterne-Hotels übernachten will, muss runter ins Tal - und am nächsten Morgen wieder hoch in die Berge. Wer es leichter haben möchte, kann auf den meisten Etappen durch die Kitzbüheler Alpen die Bergbahnen nutzen und dann oben entspannt über den Laufsteg flanieren.

Jakobskreuz am Horizont

Ein paar Tage unterwegs, und man wird irgendwie süchtig. Einfach nur gehen, dem eigenen Rhythmus folgen. Und plötzlich ragt das Jakobskreuz am Horizont auf. Es steht auf der Buchensteinwand in St. Jakob in Haus, ist 30 Meter hoch und den Pilgern gewidmet, die seit Jahrhunderten das Pillerseetal von Salzburg auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela durchqueren. Kompliment: Besser hätte man den Weg nicht inszenieren und mit Gefühlszuständen von Weitwanderern abgleichen können.

Derweil ist es drei Uhr nachmittags. Und Anni schaut hinauf. Als erstes kommt ein Mountainbiker aus der Nachbarschaft, der hier regelmäßig seine Runden dreht. "Sind nur vier Leute auf dem Weg", meldet er. "Wie die gehen, brauchen die noch 20 Minuten." Der Mountainbiker trinkt genüsslich sein Radler, Anni geht schon einmal in die Almküche und bereitet sich vor.

Quelle: n-tv.de , abe/spot

Mehr zum Thema