Ratgeber

Gold steuergünstig kaufen Xetra-Gold ist am preiswertesten

Ein Gastbeitrag von Michael Bormann

Goldhändler und Banken berechnen beim Kauf und Verkauf von Münzen und Barren ein sogenanntes Aufgeld.

Goldhändler und Banken berechnen beim Kauf und Verkauf von Münzen und Barren ein sogenanntes Aufgeld.

(Foto: imago stock&people)

Le Pen in Frankreich, Krieg in Syrien oder hohe Bewertungen bei Aktien – die Anleger greifen wieder vermehrt bei Gold zu. Dabei sollten sie die steuerlichen Aspekte beachten.

Bei Investments in das beliebte Edelmetall lassen sich Anlage- und Papier-Gold unterscheiden. Das spielt vor allem bei den Abgaben an den Fiskus eine entscheidende Rolle, denn Gold-Investments werden unterschiedlich hoch besteuert. Zum Anlage-Gold zählen die gängigen Münzen und Barren, wie der Krügerrand oder Kinebarren. Bei deren Kauf fällt - im Gegensatz zu Silber - keine Mehrwertsteuer an. Und wenn der Anleger sein Anlage-Gold später wieder verkauft, ist der vermeintliche Gewinn von der Abgeltungssteuer befreit – vorausgesetzt, die Haltefrist war länger als zwölf Monate. Realisiert der Anleger schon früher einen Gewinn, unterliegt dieser der persönlichen Einkommensteuer.

Diesen steuerlichen Vorteilen stehen allerdings praktische Nachteile gegenüber. Erstens die Lagerproblematik. Für Anlage-Gold empfiehlt sich ein Schließfach bei der Bank oder ein Tresor in den eigenen vier Wänden. Beides kostet Geld. Außerdem berechnen Goldhändler und Banken beim Kauf und Verkauf von Münzen und Barren ein sogenanntes Aufgeld. Das ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. So kostet die beliebte, eine Unze (31,1 Gramm) schwere Krügerrand-Münze derzeit beim Goldhändler Pro Aurum 1244,50 Euro. Beim Verkauf erhält der Anleger jedoch nur 1201,50 Euro, also rund 3,5 Prozent weniger. Dabei gilt: Je geringer die Stückelung beziehungsweise das Gewicht der Münze oder des Barrens ist, desto höher fällt das prozentuale Aufgeld aus.

Unter Kostengesichtspunkten ist Xetra-Gold am günstigsten. Hierbei handelt es sich um eine Schuldverschreibung, die mit Gold unterlegt ist und börsentäglich gehandelt wird. Wie beim Anlage-Gold zeigt sich hier der Fiskus ungewöhnlich bescheiden. Auch bei Xetra-Gold greift die Mehrwertsteuer nicht. Gleichzeitig sind realisierte Kursgewinne von der Abgeltungssteuer befreit, wenn zwischen dem Kauf und dem Verkauf mindestens zwölf Monate vergangen sind. Der Preis von Xetra-Gold entspricht dem von einem Gramm Gold in Euro. Die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs ist verschwindend gering. Unter diesen Gesichtspunkten ist Xetra-Gold am preiswertesten. Der Anleger kann sich das Gold sogar physisch ausliefern lassen. Dabei entstehen allerdings nicht unerhebliche Kosten für Transport und Versicherung, was sich erst ab größeren Mengen rechnet. Von den verschiedenen Papier-Gold-Investments kommt Xetra-Gold Anlage-Gold wohl am nächsten. Trotzdem handelt es sich um ein Wertpapier.

Dr. Michael Bormann.

Dr. Michael Bormann.

Aktien und Fonds steuerlich im Nachteil

Anleger können auch indirekt in Gold investieren, indem sie Aktien von Goldminengesellschaften erwerben. Veräußern sie diese später mit Gewinn, fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer (auf den Gewinn) plus Solidaritätszuschlag sowie möglicherweise Kirchensteuer an. Der Fiskus kassiert somit mindestens 26,375 Prozent des Gewinns – und zwar unabhängig von der Haltedauer. Dasselbe gilt für Fonds, die in Minengesellschaften investieren. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, die pauschale Abgeltungssteuer durch den individuellen Einkommenssteuersatz zu ersetzen, was bei besserverdienenden Anlegern zu einer noch höheren Besteuerung führen würde. Die Abgeltungssteuer greift auch bei passiv gemanagten Indexfonds, also sogenannten ETFs.

Während Barren und Münzen meistens aus Sicherheitserwägungen gekauft werden, setzen Anleger mit Aktien und Fonds in der Regel auf einen Anstieg des Goldpreises.

Dr. Michael Bormann ist Steuerexperte und Gründungspartner der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner

Quelle: n-tv.de

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