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Ehrlicher Finder ohne Glück Wenn das iPhone gesperrt bleibt

Das Sperren des Mobiltelefons soll verhindern, dass ein Zugriff auf sämtliche Daten des  Eigentümers möglich ist.

Das Sperren des Mobiltelefons soll verhindern, dass ein Zugriff auf sämtliche Daten des Eigentümers möglich ist.

(Foto: imago/Westend61)

Wer eine verlorene Sache findet, muss dies unverzüglich anzeigen - entweder dem Eigentümer oder der zuständigen Behörde. Meldet sich niemand innerhalb von sechs Monaten, kann diese behalten werden. Allerdings nur in dem Zustand, in dem sie gefunden wurde.

Wer Bargeld oder einen Gegenstand im Wert von mehr als zehn Euro findet, ist zum Handeln verpflichtet. Der Fund muss dann unver­züglich angezeigt werden. Entweder dem Eigen­tümer oder, falls dieser nicht bekannt ist, der zustän­digen Behörde, dem örtlichen Fundbüro oder der Polizei. Wird dies unterlassen, liegt der Tatbestand der Fundunterschlagung vor - eine Straftat. Je nach Höhe der Unterschlagung droht eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.  

Macht der Finder alles richtig, geht der Geldbetrag oder die Sache in seinen Besitz über - zumindest, wenn niemand den Fund innerhalb von sechs Monaten für sich beansprucht.

So war es auch in einem Fall, der vor dem Amtsgericht München verhandelt wurde. Hier fand ein Passant ein iPhone im Straßengraben. Pflichtschuldig gab er dieses beim Fundbüro ab. Der Verlierer des Telefons meldet sich jedoch nicht, so dass es schließlich dem Finder zugesprochen wurde. Nur war dummerweise das Gerät gesperrt, so dass es für den neuen Eigentümer von keinerlei Nutzen war. Die Apple-Support-Hotline verweigerte ohne Angabe von Gründen, das Handy freizuschalten.

Dagegen wandte sich der Mann mit einer Klage. Allerdings erfolglos. Denn laut Gericht verkannte der Finder, dass er das Eigentum an der gefundenen Sache lediglich "ex nunc" und damit in dem zum Zeitpunkt des Ablaufs der Sechs-Monats-Frist bestehenden Zustand erwirbt. 

Im vorliegenden Fall bedeutet dies, dass der Kläger Eigentum an einem gesperrten und damit für ihn eben nicht nutzbaren iPhone erworben hat. Ein freigeschaltetes iPhone war zu keinem Zeitpunkt Fundgegenstand. Ein Anspruch auf Freischaltung des betreffenden Mobiltelefons würde mit erheblichen datenschutzrechtlichen Bedenken verbunden sein, da dann ein Zugriff auf sämtliche auf dem Telefon befindliche Daten des ursprünglichen Eigentümers möglich wäre. Dies soll das Sperren des Mobiltelefons jedoch gerade verhindern, urteilte das Gericht.

Quelle: n-tv.de , awi

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