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Einfache Mittel gegen Diebe Weniger Einbrüche im letzten Jahr

(Foto: Silas Stein/dpa)

Zum ersten Mal innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland leicht gesunken. Zumindest gemessen an jenen Vorfällen, die der Versicherung gemeldet wurden. Dennoch wird das Risiko, selbst zum Opfer zu werden, unterschätzt.

Viele Menschen in Deutschland haben Angst vor Einbrechern. Und die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche gab ihnen in der Vergangenheit recht. Im letzten Jahr wurden den Versicherern jedoch weniger Delikte gemeldet. Schlugen im Jahr 2015 Diebe noch 170.000-mal bei Häusern und Wohnungen zu, wurden im vergangenen Jahr den deutschen Versicherern 140.000 versicherte Einbrüche gemeldet. Dafür wurden von den Unternehmen rund 470 Millionen Euro Schadensregulierung geleistet. Im Schnitt kostet so ein Einbruch hierzulande die Versicherer 3250 Euro. Dabei haben es die Einbrecher vor allem auf technische Geräte wie Handys oder Tablet-Computer sowie auf Bargeld und Schmuck abgesehen. Das geht aus dem Einbruch-Report 2017 hervor, den der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorgestellt hat.

GDV-Präsident Alexander Erdland äußerte sich vorsichtig zu den jüngsten Entwicklungen: "Der Rückgang der Einbrüche ist ein erfreulicher Lichtblick. Allerdings verzeichnen wir immer noch deutlich mehr Einbrüche als vor fünf oder zehn Jahren – von einer Trendwende können wir derzeit also nicht ausgehen."

Neben der Einbruchstatistik enthält der Report die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage zum Thema Einbruch, die der GDV in Auftrag gegeben hat. Demnach wird das Risiko eines Einbruchs insgesamt als sehr hoch eingeschätzt. Fast 80 Prozent der Befragten meinen, dass dieses Risiko in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Jeder Dritte hat Angst vor Einbrechern. Das persönliche Risiko wird hingegen von vielen unterschätzt. Fast die Hälfte der 1002 Befragten sagte, bei ihnen sei wenig zu holen und es gäbe für Einbrecher interessantere Objekte. Jeder Dritte wähnt sich durch seine Wohnlage in Sicherheit. 

Die Umfrage zeigt auch, dass vielerorts eklatante Sicherheitslücken klaffen, wenn nach der Ausstattung der Wohnung mit Sicherheitstechnik gefragt wird. Insbesondere der mechanische Einbrecherschutz wird vernachlässigt. Nur etwa ein Viertel der Befragten gab an, dass ihre Wohnung beziehungsweise ihr Haus mit abschließbaren Fenstergriffen, zusätzlichen Sicherungen an Balkon- oder Terrassentüren oder einem zweiten Türschloss ausgerüstet ist. Tatsächlich scheitert aber jeder dritte Einbruchsversuch an einer entsprechenden Absicherung. Und diese ist zum Teil schon mit einfachen Maßnahmen möglich. Zudem werden Sicherungsmaßnahmen mitunter sogar staatlich bezuschusst.

Quelle: n-tv.de , awi

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