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Leute kennenlernen, Sex, Liebe? So ticken Online-Dater

Auch online ist echtes Leben.

Auch online ist echtes Leben.

(Foto: imago stock&people)

Ob die Liebe fürs Leben, ein heißer Flirt oder eine Bekanntschaft: Online-Portale helfen Suchenden beim Finden. Worauf es Tinder-Tanten und Bumble-Boys aber tatsächlich abgesehen haben und worauf sie achten, zeigt eine neue Untersuchung.

Endlos in Bars, Clubs oder bei Veranstaltungen rumhängen, um den oder die Richtige kennenzulernen? Oder zum Ärger des Chefs das Büro zum Balzplatz machen? Gar nicht mehr nötig. Zumindest gibt es mittlerweile bequemere Alternativen, um an Liebe, Sex, Zärtlichkeit oder auch nur gute Freunde zu kommen.

Wie immer macht dies das Internet möglich. Denn Online-Dating ist mittlerweile voll im Mainstream angekommen. Von mobilen Apps für Casual Dating bis zu Partnerbörsen für langfristige Beziehungen, ob für junge Erwachsene oder Senioren, für jede Nische gibt es mittlerweile ein Angebot online. Die Nutzerzahlen von Anbietern wie Tinder, Bumble, Badoo, Lovoo, Parship, Elitepartner oder Match sprengen alleine im deutschsprachigen Raum oftmals die Millionengrenze deutlich.

Doch wie ticken die Nutzer solcher Dienste, worauf haben sie es abgesehen, worauf achten sie? Das "Sparpotal Cuponation" ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen und hat in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Schweden und den Niederlanden eine repräsentative Umfrage mit gut 3000 Teilnehmern durchgeführt. Los geht's:

Aus welchen Gründen werden Dating-Portale genutzt?

Als wichtigstes Kriterium geben Deutsche, Österreicher und Schweizer "Ähnliche Interessen" mit 44,77 Prozent am häufigsten an. Dieses Kriterium liegt bei allen demographischen Gruppen vorne, bei Frauen (51,09 Prozent) wie Männern (38,91 Prozent) sowie den Befragten aller Altersgruppen.

Worauf wird bei der Auswahl möglicher Kontakte geachtet?

Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während Frauen die Profilbeschreibung mit 26,82 Prozent häufiger als wichtigstes Kriterium nennen als gutes Aussehen (16,49 Prozent), ist dies bei Männern genau umgekehrt (21,34 für Profilbeschreibung beziehungsweise 35,56 Prozent für gutes Aussehen). Dieser Unterschied zwischen den Prioritäten von Frauen und Männern findet sich in allen untersuchten Ländern in Europa.

Quelle: CupoNation

Quelle: CupoNation

Mit zunehmenden Alter gleichen sich die Geschlechter jedoch wieder an, und so stufen die Befragten "Gutes Aussehen" mit zunehmendem Alter als immer weniger wichtig ein. Umgekehrt steigt denn auch die Bedeutung der Profilbeschreibung.

Aus welchen Gründen werden Online-Dating-Apps und -Websites genutzt?

Neue Leute kennenzulernen, ist in den deutschsprachigen Ländern in allen Altersgruppen mit durchschnittlich 67,43 Prozent die meistgenannte Motivation (Mehrfachnennungen möglich). Bei den übrigen Antwortmöglichkeiten unterscheiden sich die Absichten der Geschlechter aber deutlich: Unter den befragten Frauen rangiert Sex unter den vier Antwortmöglichkeiten mit 12,09 Prozent mit großem Abstand auf dem letzten Platz, hinter der Anbahnung einer langfristigen Beziehung (34,09 Prozent) und der Absicht, nur online zu chatten (29,60 Prozent). Für Männer hingegen stellt Sex mit 34,11 Prozent die zweitwichtigste Motivation für Online-Dating dar.

Kaum verwunderlich also, dass es auch online sexuell aufdringliches Verhalten gegenüber Frauen zu beklagen gibt. So hat mehr als jede zweite Frau unangenehme Erfahrungen in dieser Form machen müssen. Sie sind damit doppelt so oft betroffen wie Männer. In den deutschsprachigen Ländern ist die Zahl der belästigten Frauen sogar fast dreimal so hoch wie der der Männer.

Sind Sex-Apps und langfristige Beziehungen ein Widerspruch?

Nein. Auch wenn bei den Befragten zwischen 31 und 40 Jahren die Sex-Intention mit 31,16 Prozent am höchsten ist, ist dies allerdings ebenso die Absicht, online eine langfristige Beziehung anzubahnen (41,26 Prozent). Auf die explizite Frage, ob Online-Dating einen Hinderungsgrund für langfristige Beziehungen darstellt, antwortet die überwältigende Mehrheit von 65,40 Prozent aller Befragten mit "Nein". Zwischen den Geschlechtern besteht bei dieser Frage kein großer Unterschied.

Fazit: Auch online ist echtes Leben. Und so dürften sich die meisten Antworten tendenziell mit den Wünschen und Absichten von Männern und Frauen, Jungen und Alten im Offline-Modus wenig unterscheiden.

Bleibt nur noch zu bedenken, dass es vermutlich kaum etwas gibt, bei dem öfters die Unwahrheit gesagt wird wie bei den Themen Sex und Geld - online wie offline. 

Quelle: n-tv.de , awi

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