Ratgeber

Teures Dosenöffnen Katzensitter von der Steuer absetzen

Das "Katzeklo" macht die Katze nur froh, wenn es regelmäßig gereinigt wird. Wenn die Halter im Urlaub sind, erledigt das oft ein bezahlter Tiersitter. Bislang kann man dessen Honorar nicht steuerlich geltend machen. Doch das könnte sich ändern.

Kosten für die Betreuung von Haustieren sind nach Ansicht des Finanzgerichts Düsseldorf als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzbar. Mit diesem Urteil widerspricht das Gericht der Auffassung der Finanzverwaltung, wie das Justizministerium von NRW feststellt (Az.: 15 K 1779/14 E).

Klo säubern, streichen, Dosen öffnen - viele Katzenbesitzer bezahlen im Urlaub einen Tiersitter.

Klo säubern, streichen, Dosen öffnen - viele Katzenbesitzer bezahlen im Urlaub einen Tiersitter.

(Foto: imago/AFLO)

Die Kläger aus dem Raum Düsseldorf halten eine Hauskatze in ihrer Wohnung. Für Urlaubszeiten haben sie eine Tier- und Wohnungsbetreuerin für zwölf Euro am Tag engagiert. Im Streitjahr 2012 überwiesen sie der Frau insgesamt rund 300 Euro. In der nächsten Steuererklärung wollten sie die Summe bei den haushaltsnahen Dienstleistungen geltend machen, doch das Finanzamt machte ihnen einen Strich durch die Rechnung und lehnte die Steuerermäßigung ab. Dabei verwies die Behörde auf eine Anweisung des Bundesfinanzministeriums, wonach Aufwendungen für Haustiere steuerlich nicht begünstigt werden dürften.

Das Finanzgericht Düsseldorf sieht die Sache allerdings anders: Katzen, die in der Wohnung des Halters lebten, seien dessen Haushalt zuzurechnen. Tätigkeiten wie das Reinigen des Katzenklos, das Versorgen der Katze mit Futter und Wasser und die Beschäftigung des Tieres gehörten damit zur Hauswirtschaft des Halters. Deshalb sei die Tierbetreuung eine haushaltsnahe Dienstleistung.

Der Gesetzgeber hat den Begriff "haushaltsnahe Dienstleistungen" nicht näher bestimmt. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung gehören dazu grundsätzlich hauswirtschaftliche Verrichtungen, die in regelmäßigen Abständen anfallen und normalerweise durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechende Beschäftigte erledigt werden. 20 Prozent der angefallenen Kosten – maximal 4000 Euro - werden anerkannt und direkt von der Steuerlast abgezogen. Im Fall der Kläger ging es also um rund 60 Euro. Ob sie das Geld bekommen, ist aber noch immer offen: Wegen der grundsätzlichen Bedeutung hat das Finanzgericht die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

Quelle: n-tv.de , ino/dpa

Mehr zum Thema