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Vor Lust bebende Kollegen-Leiber Ist Sex bei der Arbeit verboten?

Von Axel Witte

Wohin mit den vor Lust bebenden Leibern?

Wohin mit den vor Lust bebenden Leibern?

(Foto: imago/Westend61)

Der Puls rast, das Blut kocht und die entsprechenden Körperzonen haben mehr als nur Betriebstemperatur erreicht. Und das Beste ist: Auch das Objekt der Begierde ist zu allem bereit. Wie viel Intimität geht im Job, ohne diesen zu gefährden?

Untreue ist keine Frage von Moral, sondern der Gelegenheit. Hat mal ein kluger Kopf gesagt. Fallen zwei Kollegen während der Arbeit übereinander her, liegt der Verdacht nahe, dass zumindest einer von beiden seinem eigentlichen Partner untreu wird. Denn ansonsten könnte das Schäferstündchen ja auch im privateren Rahmen stattfinden. Aber vielleicht geht es Menschen, die Sex am Arbeitsplatz haben oder haben möchten, ja auch um den besonderen Kick. Oder aber das Verlangen nach dem Kollegen, der Kollegin ist einfach zu groß und duldet keinen Aufschub.

Doch egal, aus welcher Motivation, in welcher Konstellation und mit welchem Beziehungsstatus sich Beschäftigte miteinander vergnügen - wer am Arbeitsplatz allzu heftige Intimitäten austauscht und dabei erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen. Denn grundsätzlich gilt: Alle privaten Betätigungen des Arbeitnehmers haben während der Arbeitszeit zu unterbleiben. Dazu gehört auch der Kollegen-Sex. Denn während am anderen Mitarbeiter herumgefummelt wird, erbringt der Arbeitnehmer keine Arbeitsleistung, was einer Arbeitsverweigerung gleichkommt. Diese kann durch eine Abmahnung oder sogar Kündigung geahndet werden.

In flagranti erwischt? Egal!

Um arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen anderweitig beschäftigte Arbeitnehmer einzuleiten, ist es im Übrigen nicht erforderlich, dass der Vorgesetzte das Paar in flagranti erwischt, sondern es ist ausreichend, wenn er im Nachhinein von der nicht-betrieblichen Betätigung seiner Mitarbeiter erfährt. Immer vorausgesetzt, der Chef stört sich auch an den Handlungen. Zum Abmahnen oder Kündigen ist er selbstverständlich nicht verpflichtet. Und vielleicht liebäugelt der oder die Vorgesetzte sogar selbst mit einer Liaison mit einem oder einer Untergebenen. Aber auch hier heißt es: Finger weg! Denn das Liebesspiel zwischen Chef und Arbeitnehmer kann als sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen geahndet werden.

Doch zurück zum Sex unter Gleichgestellten. Wohin also mit den vor Lust bebenden Leibern? Zum Glück gibt es ja die Mittagspause - die steht schließlich zur freien Verfügung von Arbeitnehmern, oder? Leider nicht ganz, denn der Arbeitgeber hat auch während der Pause Hausrecht, die Betriebsordnung oder Ähnliches muss deshalb auch hier eingehalten werden. Pause wäre ansonsten Freizeit.

Ab in den Park?

So langsam wird es eng für die hormonell gesteuerten Arbeitnehmer. Aber bis zum Feierabend halten sie noch durch, um dann ungestört im Büro übereinander herzufallen? Besser nicht: Denn der Arbeitgeber kann auch wegen missbräuchlicher Verwendung der Arbeitsstätte die oben genannten Maßnahmen ergreifen. Außerdem werden grundsätzlich bei untersagten Privathandlungen außerhalb der Arbeitszeit in den Betriebsräumen arbeitsvertragliche Pflichten verletzt. Auch das noch.

Mittlerweile rast der Puls, das Blut kocht und die entsprechenden Körperzonen haben mehr als nur Betriebstemperatur erreicht. Was jetzt? Der womöglich bereits getrübte Blick zeigt nach draußen - raus aus der Firma. Vielleicht in den benachbarten Park? Aber nein, auch hier droht Ungemach. Wenn auch von anderer Stelle. Denn Sex im Freien kann wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zur Anzeige gebracht werden. Laut Strafgesetzbuch droht dann sogar ein Freiheitsentzug bis zu einem Jahr oder aber eine Geldstrafe.

Dann also doch ab ins Hotel oder nach Hause. Hier kann dann endlich ohne Konsequenzen losgelegt werden. Meistens zumindest. Denn wer nun die Erlösung filmisch festhält und die Bilder dann an die Öffentlichkeit bringt, kann sich Ärger einhandeln. Zum einen dadurch, dass womöglich die Persönlichkeitsrechte des Sex-Partners verletzt werden, oder aber, weil aus dem veröffentlichen Filmchen eine Rufschädigung des Arbeitgebers abgeleitet werden kann. Dies ist beispielsweise bei Beamten denkbar.

Es kann also problematisch werden mit dem Kollegensex und die Lust zur Last werden. Da bleibt als Trost wieder nur eine andere Erkenntnis des bereits oben erwähnten klugen Kopfes. Demnach stirbt jede Sehnsucht ohnehin auf der Schwelle zur Erfüllung. Wahre Liebe wartet also? Nö, denn von Liebe war hier gar nicht die Rede.

Quelle: n-tv.de

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