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Vorsorgeatlas Deutschland Hier reicht die Rente nicht

Bei der Deutschen Rentenversicherung können Verbraucher ihre Rentenlücke  berechnen lassen.

Bei der Deutschen Rentenversicherung können Verbraucher ihre Rentenlücke berechnen lassen.

(Foto: imago/Kickner)

Die Mehrheit der Deutschen schaut mit Sorge auf ihre zukünftige Rente. Und die Mehrheit liegt damit auch richtig. Denn die gesetzliche Rente wird in Zukunft nicht reichen. Nur die Älteren können entspannt sein, wie eine neue Studie zeigt.

Die gesetzliche Rente (GRV) ist und bleibt die Hauptstütze der Altersversorgung in Deutschland und wird dies auch über das Jahr 2030 hinaus bleiben. Im Durchschnitt über alle Einkommens- und Altersklassen erhalten die rund 34 Millionen Versicherten bei Rentenbeginn monatlich 1070 Euro und können somit rund 48 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens ersetzen. Dies ist das Ergebnis des neuen Vorsorgeatlas Deutschland, den das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg unter Leitung von Bernd Raffelhüschen im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment erstellt hat, die selbst Produkte für die private Altersvorsorge vertreibt.

Doch was auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aussieht, fördert im Detail deutliche Unterschiede zutage. Denn während die 50- bis 65-Jährigen mit einer Ersatzquote von 64,1 Prozent alleine mit der GRV ihren Lebensstandard sichern können, kommen die 20- bis 34-Jährigen auf lediglich 38,6 Prozent. Sie benötigen daher etwa 800 Euro zusätzlich pro Monat und müssen bei der Altersvorsorge aktiv werden.

Aber auch regional gibt es große Unterschiede. Während die Menschen in den östlichen Bundesländern im Schnitt 53,4 Prozent ihres letzten Einkommens mit der gesetzlichen Rente ersetzen können, sind es in Süddeutschland weniger als 48 Prozent. Ursächlich dafür sind die höheren Gehälter in den wirtschaftlich starken Gebieten sowie die Beitragsbemessungsgrenze in der GRV.

So oder so, zur Sicherung des Lebensstandards sind - nach derzeitigem Stand - im Alter mindestens 60 Prozent erforderlich.

Laut Studie kann dies durch eine zusätzliche Vorsorge - sowohl staatlich gefördert als auch privat - erreicht werden. In Kombination mit der gesetzlichen Rente können so im Alter sogar insgesamt rund 83 Prozent des letzten Einkommens erzielt werden. Die private Altersvorsorge gilt hierzulande allerdings als teuer, undurchsichtig und wenig rentabel, weshalb von vielen Bürger auch das geförderte Angebot nicht ausreichend genutzt wird.   

Der Vorsorgeatlas Deutschland betrachtet nicht die aktuellen Altersbezüge, sondern die zu erwartenden Renten der zukünftigen Rentnerjahrgänge. Dabei erfasst der Atlas neben den "klassischen" Alterssicherungssystemen (Gesetzliche Rentenversicherung, Beamtenversorgung, berufsständische Versorgung) die Vorsorgewege der privaten Altersvorsorge (Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung, Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes) sowie das Geld- und Immobilienvermögen der Haushalte.

Quelle: n-tv.de , awi

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