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Versicherungen rund um den Bau Diese Policen sind beim Hausbau sinnvoll

Beim Hausbau drohen viele Gefahren. Versicherungsunternehmen bieten zahlreiche Policen. Nicht alle sind wirklich nötig, einige aber unerlässlich.

Es kann immer etwas passieren beim Hausbau. Zum Beispiel, wenn ein Kran umstürzt. Dann prallt er vielleicht auf das Nachbargebäude und beschädigt es. Oder er zertrümmert den davorstehenden Sportwagen. Oder, noch schlimmer: Ein Spaziergänger wird schwer verletzt. In solchen Fällen zahlt die Bauherrenhaftpflicht. "Der Bauherr ist gut beraten, eine solche abzuschließen", sagt Inka-Marie Storm vom Verband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Das gilt auch für die Bauleistungsversicherung. Wogegen sich Bauherren absichern müssen - eine Übersicht:

Häuslebauer sollten das bauausführende Unternehmen fragen, ob dieses eine sogenannte Baufertigstellungsversicherung hat.

Häuslebauer sollten das bauausführende Unternehmen fragen, ob dieses eine sogenannte Baufertigstellungsversicherung hat.

(Foto: imago stock&people)

Schäden bei Bauarbeiten

Bauherrenhaftpflicht leistet Schadenersatz für alle Schäden, die vom Bau und Baugrundstück ausgehen. Sie wehrt auch unberechtigte Ansprüche gegen den Bauherren ab. "Als Bauherr gilt, wer auf dem im Versicherungsschein bezeichneten Grundstück Bau-, Umbau-, Instandsetzungs- oder Modernisierungsmaßnahmen ausführen lässt, deren Planung, Bauleitung und Ausführung an einen Dritten vergeben wurde", erläutert Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes (BSB) in Berlin.

Die Bauherrenhaftpflicht sollte bereits beim Kauf eines Grundstücks abgeschlossen werden. "Dann ist der Abschluss einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung überflüssig", erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Sie rät, die Deckungssumme auf fünf Millionen Euro für Personen- und Sachschäden festzulegen. Die Beitragshöhe richtet sich nach den Baukosten. Eigenleistungen müssen gesondert angegeben werden.

Wer eine Privathaftpflicht abgeschlossen hat, die ein Bauvorhaben einschließt, sollte die Bausumme mit der in der Versicherung genannten Summe vergleichen. Liegen die Baukosten darüber, entfällt der Versicherungsschutz komplett. "Dann muss eine Bauherrenhaftpflicht abgeschlossen werden", betont Boss. Eine solche ist nach ihren Aussagen dann unnötig, wenn Haus und Grundstück von einem Bauträger gekauft werden.

Schäden am Bau

Unwetterschäden, Diebstahl von Gebäudebestandteilen oder mutwillige Beschädigung durch Unbekannte: Hierfür kommt die Bauleistungsversicherung auf. Versichert ist der Wert der Bauleistungen. "Ausgeschlossen sind Schäden durch normale orts- und jahreszeitlich übliche Witterungseinflüsse sowie mangelhafte Handwerkerleistungen", erläutert Becker. Der Versicherungsschutz kann um weitere Risiken vergrößert werden – etwa Überschwemmungen oder Vandalismus.

Die genaue Beitragshöhe richtet sich nach den Baukosten. "Bauherren sollten mit der Baufirma und den Handwerkern klären, ob diese sich am Beitrag für die Bauleistungsversicherung beteiligen", rät Boss. Die Versicherung kommt nach ihren Angaben nämlich auch dann auf, wenn der Schaden zu Lasten der Baufirma geht – etwa bei Folgen von Materialfehlern.

Pleite der Baufirma

Häuslebauer sollten das bauausführende Unternehmen fragen, ob dieses eine sogenannte Baufertigstellungsversicherung hat. Denn auch das ist ein Risiko, mit dem Bauherren rechnen müssen. Wenn die Firma Insolvenz anmelden muss, bleibt dem Häuslebauer nichts anderes übrig, als ein anderes Bauunternehmen zu beauftragen. Dadurch kann alles teurer werden. Hat die Firma eine Baufertigstellungsversicherung, dann ist das für den Bauherren von Vorteil. "Die Baufertigstellungsversicherung kommt für Mehrkosten auf, die durch die Beauftragung anderer Firmen entstehen können", erläutert Boss. Kann das Bauunternehmen eine Fertigstellungsbürgschaft seiner Bank vorweisen, dann ist diese Police unnötig.

Pleite der Baufirma während der Gewährleistung

Auf der sicheren Seite sind Bauherren auch dann, wenn die Baufirma eine Baugewährleistungsversicherung vorweisen kann. "Oft stellen Hauseigentümer noch Jahre nach der Schlüsselübergabe Gewährleistungsmängel fest", erklärt Boss. Die Baufirma haftet für fünf Jahre. Sollte in dieser Zeit das Unternehmen Konkurs anmelden müssen, kommt die Police für eventuelle Mängel auf.

Unfall von Helfern

Wer Unterstützung von Freunden oder Familienangehörigen beim Hausbau hat, sollte für einen ausreichenden Unfallversicherungsschutz seiner Helfer sorgen, rät Florian Becker. Private Bauherren haben Melde- wie Anzeigepflichten. Ansprechpartner ist die Bauberufsgenossenschaft. Bauherren, die selbst am Hausbau mitwirken, sollten prüfen, ob sie gegen Unfallfolgen ausreichend abgesichert sind.

"Von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft gibt es teils enorme Unterschiede bei den Prämien", erklärt Inka-Marie Storm vom Bund Haus & Grund. Bauherren sollten daher von mehreren Anbietern Angebote für eine Bauherrenhaftpflichtversicherung und für eine Bauleistungsversicherung einholen und miteinander vergleichen. Auf dem Markt gibt es zudem viele weitere Versicherungen rund um den Bau. Häuslebauer sollten genau checken, welche solcher Policen sie wirklich brauchen – und im Zweifel Experten fragen. Das kann der Architekt sein, aber auch Fachleute des Bauherren-Schutzbundes, eines Haus & Grund-Vereins und der Verbraucherzentralen.

Quelle: n-tv.de , Sabine Meuter, dpa

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