Nah dran

München ist Spitzentreiter Wie Mietkosten Studenten unter Druck setzen

Die Kosten fürs Wohnen werden für viele Studierende zunehmend zu einem Problem. Denn obwohl die Nachwuchsakademiker mehr Geld zur Verfügung haben als früher, steigt der Mietkostendruck unentwegt.

Hohe Mietpreise setzen Studenten in Deutschland zunehmend unter Druck. Die Belastung durch die Kosten fürs Wohnen erhöhte sich obwohl die Studenten in Deutschland zuletzt mehr Geld zur Verfügung hatten als vor einigen Jahren. Sie verfügten im vergangenen Jahr monatlich über durchschnittlich 918 Euro im Monat, während es im Jahr 2012 noch 842 Euro waren. Das geht aus der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hervor.

"Der Kostendruck auf die Studierenden nimmt zu, vor allem fürs Wohnen", erklärt DSW-Präsident Dieter Timmermann. Die Miete bleibe der größte Ausgabeposten. In vielen Hochschulstädten werde es immer schwieriger, preisgünstigen Wohnraum zu finden.

Die Bafög-Wohnkostenpauschale von 250 Euro für Studierende reicht nach einer aktuellen Untersuchung bei weitem nicht für die durchschnittliche Monatsmiete. Schon ein Platz in einer Wohngemeinschaft kostet laut Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts in Kooperation mit dem Immobilienportal "WG-Gesucht.de" derzeit im Schnitt 353 Euro. Teuerster Standort ist München mit 570 Euro vor Frankfurt/Main (450 Euro). Wer in den Hochschulstädten eine Wohnung für sich allein mieten will, muss noch mehr bezahlen.

Das Institut geht davon aus, dass die Durchschnitts-Bestandsmieten aus der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zu niedrig angesetzt sind. Dabei würden nämlich "zu einem erheblichen Teil auch Angaben der Studenten einfließen, die seit mehreren Jahren in der gleichen Unterkunft leben oder die durch soziale Kontakte - etwa zu ausziehenden Kommilitonen - günstig an eine Wohnung gekommen sind". 

Die finanzielle Lage der Studenten verbesserte sich laut DSW zwar, weil mehr von ihnen arbeiten und sie von ihren Eltern stärker unterstützt werden. Der Anteil der Erwerbstätigen unter den Studenten stieg demnach seit 2012 um sechs Prozentpunkte auf 68 Prozent.

Reportagereihe NAH DRAN!!

Die zweite Staffel von NAH DRAN!! läuft im n-tv-Fernsehen ab Montag, dem 4. September, jeweils um 12, um 15 und um 18 Uhr und ist daneben auch auf dieser Seite und bei Facebook abrufbar.

Die Situation von Studenten ist allerdings sehr unterschiedlich. Die Angaben zum "Durchschnittsstudenten" dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Studenten als Gruppe "insgesamt diverser und heterogener werden", erklärten das DSW, das Bundesbildungsministerium und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) bei der Vorlage der Untersuchung.

So stieg etwa der Anteil von Studenten mit Kind auf sechs Prozent, derjenige von Studenten mit gesundheitlicher Beeinträchtigung auf elf Prozent. Die Studenten in Deutschland seien "so vielfältig wie unsere ganze Gesellschaft", erklärt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Die Hochschulen stünden vor der großen Aufgabe, "ihre Studienformen noch flexibler zu gestalten, etwa mit Blick auf ein Studium mit Kind oder im Umgang mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen".

Die Sozialerhebung des DSW ist eine Langzeituntersuchung, die bereits seit 1951 erstellt wird. Im Sommersemester 2016 beteiligten sich an der erstmals online organisierten Befragung mit 60.000 Studenten so viele wie noch nie. Die Studie wurde vom DZHW erarbeitet und vom Bundesbildungsministerium finanziert.

Video
Video

Quelle: n-tv.de , bdk

Mehr zum Thema