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Informant beim Verfassungsschutz Türkische Spitzel wollen zum Geheimdienst

Der Nachrichtendienst muss bei neuen Bewerbern aufpassen.

Der Nachrichtendienst muss bei neuen Bewerbern aufpassen.

(Foto: AP)

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stockt derzeit sein Personal auf. Doch nicht alle Bewerber scheinen nur das Beste für die Bundesrepublik zu wollen. Einem Bericht zufolge versucht der türkische Geheimdienst, Spione beim Geheimdienst einzuschleusen.

Die Türkei hat anscheinend versucht, Informanten in das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) einzuschleusen. Dem Amt seien bei Sicherheitsüberprüfungen zuletzt mehrere Bewerber aufgefallen, die im engen Kontakt zum türkischen Geheimdienst MIT gestanden hätten, berichtete die "Welt" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach hätten sich die verdächtigen Bewerber sowohl auf Stellen für türkischsprachige Mitarbeiter als auch auf Jobs in anderen Bereichen beworben.

Eine Sprecherin wollte sich nicht zu Details äußern. Das BfV sei wie jeder andere Nachrichtendienst Ziel von strategischen Einschleusungsversuchen ausländischer Geheimdienste. "Deshalb müssen wir als Sicherheitsbehörde besonders wachsam in Bezug auf Bewerber sein", sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters. Der Verfassungsschutz stockt sein Personal derzeit auf und hat daher viele Stellen ausgeschrieben.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer, kritisierte die Spionageversuche der Türkei. Es sei generell nicht hinnehmbar, wenn fremde Geheimdienste die deutschen Nachrichtendienste zu unterwandern versuchten, sagte der CSU-Politiker.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Burkhard Lischka, sagte: "Der Vorgang zeigt, dass die Kontrollmechanismen beim Verfassungsschutz funktioniert haben." Sollte sich der Verdacht bestätigen, gehörten die enttarnten Spitzel vor Gericht, denn Spionage sei eine Straftat. "Dass die Türkei versucht, bei einem Nachrichtendienst eines Nato-Bündnispartners Agenten zu installieren, belastet das ohnehin angespannte deutsch-türkische Verhältnis weiter erheblich", fügte Lischka hinzu.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist der deutsche Inlandsgeheimdienst. Gemeinsam mit den Landesbehörden sammelt es unter anderem Informationen zu Personen und Gruppen, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung vorgehen wollen oder die Sicherheit der deutschen Bevölkerung gefährden. Gemeinsam mit dem Bundesnachrichtendienst und dem Militärischen Abschirmdienst bildet das BfV die drei deutschen Geheimdienste.

Quelle: n-tv.de , chr/rts

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