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Treffen wegen Russland-Kontakten Trump hat Erinnerungslücken

Donald Trump kann sich an Einzelheiten des Gesprächs nicht mehr erinnern.

Donald Trump kann sich an Einzelheiten des Gesprächs nicht mehr erinnern.

(Foto: AP)

Was weiß Donald Trump von den Russland-Kontakten seines Wahlkampfteams? Nach eigener Aussage: nichts. Der US-Präsident kann sich angeblich nicht an Gesprächsinhalte erinnern. Erneut in Erklärungsnot gerät derweil Justizminister Sessions.

Donald Trump hat bei bestimmten Themen offenbar Schwierigkeiten, sich zu erinnern. Die Inhalte eines Treffens seines Wahlkampfteams im März 2016, an dem unter anderem der vom FBI der Lüge überführte Trump-Berater George Papadopoulos teilgenommen hatte, seien ihm nicht mehr bewusst, sagte Trump in Washington vor seiner Abreise nach Asien. "Ich kann mich nicht mehr an besonders viel erinnern", so der Präsident. Das Treffen sei lange her.

Aus Gerichtsunterlagen geht unter anderem hervor, dass Papadopoulos bei der Unterredung ein Treffen Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen hatte. Die Dokumente zeigen zudem, dass Papadopoulos aus dem Trump-Team den Auftrag zu einer Reise nach Russland erhalten hatte. Diese fand aber nie statt. Der Auftraggeber zog inzwischen seine Bewerbung für ein Regierungsamt zurück.

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Kushner im Fokus

Der US-Sender CNN berichtete zudem, dass auch Trumps Schwiegersohn und Präsidentenberater Jared Kushner mehr und mehr ins Visier der FBI-Ermittler rückt. Kushner habe in den vergangenen Wochen Unterlagen an das Büro von Sonderermittler Robert Mueller übergeben. Insbesondere soll Kushners Rolle bei der Entlassung von FBI-Chef James Comey beleuchtet werden. Ins Zwielicht kam außerdem erneut auch Justizminister Jeff Sessions. Trump-Gefolgsmann Carter Page hatte gestern vor einem Kongressausschuss erklärt, er habe Sessions im Jahr 2016 über seine Reise nach Russland informiert. Diese Kenntnisse hatte Sessions in mehreren Kongressanhörungen jedoch nicht offen gelegt.

Trump sagte vor seiner Abreise nach Asien, er sei wie viele andere Amerikaner enttäuscht vom Justizministerium. Unklar blieb, ob er damit Sessions persönlich meinte, oder die Ermittlungsarbeit des FBI, die seiner Meinung nach nicht ausreichend auf Verfehlungen bei den oppositionellen Demokraten abhebt.

Trump ätzt gegen Tillerson

Auch mit seinem Außenministerium ist der US-Präsident bislang alles andere als zufrieden. Trump ist sich nach eigenen Worten nicht sicher, ob er Außenminister Rex Tillerson für die gesamte Amtszeit auf dem Posten lassen wird. Er sei nicht glücklich darüber, dass einige im Außenministerium seine Politik nicht unterstützten, beklagte sich Trump in einem Interview des Senders Fox News. "Derjenige, auf den es ankommt, bin ich", betonte der Präsident. "Ich bin der einzige, auf den es ankommt, denn am Ende bestimme ich die Politik."

Auf die Frage, ob er Tillerson bis zum Ende der Amtszeit auf seinem Posten lassen werde, antwortete er: "Wir werden sehen. Ich weiß es nicht." Die Spannungen zwischen Trump und dem früheren Ölmanager Tillerson waren im Oktober erneut offenbar geworden. Damals tauchten Berichte auf, wonach Tillerson den Präsidenten als Idioten beschimpft und im Sommer den Rücktritt erwogen habe.

Die beiden Politiker vertreten bei zahlreichen außenpolitischen Themen völlig unterschiedliche Positionen, unter anderem im Atomkonflikt in Nordkorea. Dieser dürfte auch bei der anstehenden elftägigen Asienreise Trumps eine wichtige Rolle spielen, auf der ihn Tillerson begleitet.

Quelle: n-tv.de , jgu/rts/dpa

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