Politik

Versuch der Annäherung Südkorea will Militärgespräche mit Kim

Trotz stetiger Spannungen zwischen beiden Ländern wagt Südkorea einen diplomatischen Schritt in Richtung Nordkorea. Die seit Ende 2015 ruhenden Gespräche sollen wieder aufgenommen werden. Seoul wartet nun auf eine Reaktion des Kim-Regimes.

Südkorea hat seinem Nachbarn Nordkorea die Wiederaufnahme von Militärgesprächen vorgeschlagen, um Spannungen abzubauen. Die Verhandlungen könnten am kommenden Freitag auf nordkoreanischer Seite des Grenzortes Panmunjom stattfinden, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.

Dabei soll diskutiert werden, alle "feindseligen Handlungen" entlang der militärischen Demarkationslinie zwischen beiden Ländern einzustellen. Beide Länder sind durch eine vier Kilometer breite und 248 Kilometer lange Pufferzone voneinander getrennt. Als Termin für die Gespräche wurde der kommende Freitag vorgeschlagen.

Sollte das Treffen zustande kommen, wäre es das erste derartige Treffen seit Dezember 2015. Das Ministerium warte noch auf Antwort, sagte ein Sprecher. Der genaue Inhalt des Treffens ist noch unklar, aber es wird vermutet, dass Südkorea unter anderem die Einstellung der Lautsprecher-Propaganda beider Seiten an der Grenze vorschlagen könnte.

Neuer Präsident schlägt andere Töne an

Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In spricht sich für einen Dialog mit dem Norden aus, um die Spannungen wegen des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms abzubauen. Seine Vorgängerin, die ihres Amtes enthobene Ex-Präsidentin Park Geun Hye, hatte einen Dialog mit Pjöngjang abgelehnt, solange die kommunistische Führung keine nachweislichen Schritte in Richtung Abrüstung unternimmt.

Die Lage auf der geteilten koreanischen Halbinsel ist nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit Anfang des vergangenen Jahres sehr angespannt. Zuletzt hatte Nordkorea am 4. Juli trotz internationaler Sanktionen und Warnungen erstmals eine Interkontinentalrakete getestet.

Quelle: n-tv.de , mba/dpa

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