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"Der Kampf wird heftig" Rebellen starten Großoffensive auf Rakka

Die SDF-Truppen rechnen damit, dass sich noch 3000 bis 4000 Kämpfer in Rakka aufhalten.

Die SDF-Truppen rechnen damit, dass sich noch 3000 bis 4000 Kämpfer in Rakka aufhalten.

(Foto: AP)

Von drei Fronten wird Rakka, die "Hauptstadt" der Terrormiliz IS, angegriffen. Die von den USA unterstützte Großoffensive soll die Islamisten aus der Stadt vertreiben. Die Truppen erwarten erbitterten Widerstand.

Die entscheidende Offensive zur Vertreibung der radikal-islamischen IS-Miliz aus ihrer syrischen Hochburg Rakka hat begonnen. Die Rebellen griffen vom Norden, Osten und Westen her an, sagte der Sprecher des Rebellenbündnisses SDF, Talal Silo. "Der Kampf um Rakka wird heftig, weil die Daesh-Kämpfer sterben werden, um ihre sogenannte Hauptstadt zu verteidigen", sagte er per Telefon.

2014 hatten IS-Kämpfer das nur 90 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernte Rakka unter ihre Kontrolle gebracht. Inzwischen wird die Miliz in Syrien immer weiter zurückgedrängt und steht auch in Mossul, ihrer Hochburg im Irak, massiv unter Druck. Der Kommandeur der US-geführten Allianz gegen den IS, Steve Townsend, erklärte, auch nach dem Fall von Rakka und Mossul stehe dem Bündnis ein "langer, harter Kampf" bevor.

Die Allianz spiele eine große Rolle für den Erfolg des Einsatzes, sagte SDF-Sprecher Silo. "Zusätzlich zu Kampfflugzeugen arbeiten Truppen Seite an Seite mit den Syrischen Demokratischen Streitkräften (SDF)." Rebellen-Einheiten hätten einen Bezirk im Osten Rakkas angegriffen, teilte die der Opposition nahestehende Beobachterstelle für Menschenrechte mit. "Es hat heute im Morgengrauen begonnen", sagte ihr Direktor Rami Abdulrahman. Auch ein Militärstützpunkt im Norden Rakkas sei attackiert worden. "Sie haben die Stadt erreicht, aber sie sind noch nicht in Gebäude eingedrungen." Dem Angriff auf den Stadtbezirk Al-Maschlab und den Stützpunkt seien massive Luftangriffe in der Nacht vorausgegangen, sagte Abdulrahman.

"Schwerer Schlag" für das Kalifat

Der Angriff auf Rakka sei ein "schwerer Schlag" für die Idee eines IS als Kalifat und Staatsgebilde, sagte Townsend. Es sei schwer für die Extremisten, neue Kämpfer von ihrem Erfolg zu überzeugen, wenn sie gerade ihre beiden Hauptstädte im Irak und in Syrien verloren hätten. Nach Schätzungen der Allianz haben sich 3000 bis 4000 IS-Kämpfer in Rakka verschanzt. Sie hatten vor drei Jahren die Rebellen vertrieben und die nordsyrische Stadt zur Hauptstadt ihres ausgerufenen Kalifats erklärt.

Die Türkei reagierte besorgt auf den Kampf um Rakka. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, seine Regierung werde umgehend Vergeltung üben, sollte die Offensive gegen den IS in Rakka eine Bedrohung für die Türkei darstellen. Im Rebellenbündnis SDF kämpft auch die kurdische Miliz YPG, die die Türkei als mit der PKK verbündete Terrorgruppe einstuft.

Der IS ist auch im Irak unter Druck, wo die Armee seit Januar mit US-Unterstützung große Teile Mossuls zurückerobert hat. Nach UN-Angaben tötete der IS allein am 1. Juni mehr als 160 Zivilisten, um sie von der Flucht aus Mossul abzuhalten.

Quelle: n-tv.de , sgu/bdk/rts

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