Politik

"Krieg" am Essenstisch Papst mahnt zu Smartphone-Pausen

Vor Studenten rügt der Papst Manieren junger Menschen.

Vor Studenten rügt der Papst Manieren junger Menschen.

(Foto: picture alliance / Alessandra Ta)

Kommunikation über Smartphones und soziale Netzwerke sind für viele Menschen zu ständiger Begleitung geworden. Über die negativen Folgen grübelt man offenbar auch im Vatikan.

Papst Franziskus hat junge Menschen ermahnt, ihre Smartphones beim Familienessen aus der Hand zu legen. "Wenn wir am Tisch sitzen und dann mit anderen telefonieren, ist das der Beginn des Krieges, denn es gibt keinen Dialog", sagte der Papst in einer Rede vor Studenten an der Universität Roma Tre.

Der 80-Jährige kritisierte junge Menschen auch dafür, dass ihnen zu Hause anstatt eines "Guten Morgen" nur ein "anonymes 'ciao ciao'" über die Lippen komme. Offenbar sei es inzwischen auch normal, Fremde auf der Straße zu "beschimpfen".

"Wir müssen ein bisschen leiser werden, weniger sprechen und mehr zuhören", sagte der Papst. Der Dialog bringe "die Herzen enger zusammen" und sei "Medizin gegen die Gewalt". Politiker, die einander ins Wort fallen, kritisierte der Papst als schlechte Vorbilder. "Wenn ich nicht dazu fähig bin, mich anderen zu öffnen , sie zu respektieren und mit ihnen in einen Dialog zu treten, beginnt der Krieg."

Der Papst wurde von den Studenten begeistert empfangen. Ganz anders war es vor neun Jahren seinem Vorgänger Benedikt XVI. ergangen, der an einer anderen Universität in Rom eine Rede halten wollte. Mehrere Dozenten und anti-klerikale Studenten hatten damals gegen den Auftritt des Papstes protestiert, der deutsche Pontifex sagte den Termin daraufhin ab.

Quelle: n-tv.de , apo/AFP

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