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Attacken auf Flüchtlingsheime Neonazis zu langjähriger Haft verurteilt

Im Dresdner Landgericht werden Mitte September weitere Verhandlungen gegen mutmaßliche Mitglieder der "Freien Kameradschaft" geführt.

Im Dresdner Landgericht werden Mitte September weitere Verhandlungen gegen mutmaßliche Mitglieder der "Freien Kameradschaft" geführt.

(Foto: dpa)

Ein Gericht in Dresden fällt gegen zwei Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung "Freie Kameradschaft" harte Urteile. Die Neonazis bekommen langjährige Freiheitsstrafen für mehrere Delikte - darunter auch ein Sprengstoffangriff.

Das Dresdner Landgericht hat zwei Mitglieder der rechtsextremen Gruppe "Freie Kameradschaft Dresden" (FKD) zu Freiheitsstrafen von je drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Die Staatsschutzkammer sah die Vorwürfe der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, der gefährlichen Körperverletzung, des Landfriedensbruchs und des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion nach zehn Verhandlungstagen bestätigt. Für den 19-Jährigen verhängte sie eine Jugendstrafe. Diese und das Urteil für den 27 Jahre alten Mitangeklagten sind noch nicht rechtskräftig.

Die Strafe hätte durchaus höher ausfallen können. Die Neonazis hatten im Zuge eines Deals gegen Geständnisse ein milderes Strafmaß ausgehandelt. Sie hatten zugegeben, seit 2015 mehrfach Asylbewerber und andere Menschen angegriffen, drangsaliert und verprügelt zu haben.

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Demnach waren sie etwa an Krawallen vor der Asylbewerberunterkunft in Heidenau im August 2015 sowie im Oktober am Anschlag auf ein linksalternatives Wohnprojekt in Dresden beteiligt. Der Jüngere beteiligte sich zudem in einer selbst ernannten Bürgerwehr auf dem Dresdner Stadtfest 2016.

Bewaffnet, vermummt, konspirativ

Das Gericht erklärte, dass die FKD gebildet worden sei, um Angst und Schrecken unter Flüchtlingen zu verbreiten und politische Gegner zu beeindrucken. Alle Gewalttaten wurden geplant, das Vorgehen war konspirativ, mit eigenem Info-Handy, separaten Chats und einheitlichem Logo. Die Mitglieder waren bewaffnet und einheitlich vermummt. "Sie nahmen sich als Organisation wahr, die bis mindestens Februar 2016 bestand."

Die FKD war bei Angriffen auf die Heime aufgefallen, teils in Kooperation mit der unter Terrorverdacht stehenden "Gruppe Freital". Im Zuge der Ermittlungen gegen die Neonazi-Gruppe wurden bisher zehn Beschuldigte verhaftet. Am 13. September soll ein zweiter Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder am Landgericht beginnen. Angeklagt sind eine 27-Jährige und fünf junge Männer zwischen 22 und 29 Jahren.

Quelle: n-tv.de , mba/dpa

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