Politik

Gewählt, aber fraktionslos Marine Le Pen sichert sich Parlamentssitz

Marine Le Pen sitzt künftig für den Front National in der Nationalversammlung.

Marine Le Pen sitzt künftig für den Front National in der Nationalversammlung.

(Foto: REUTERS)

Bei der Parlamentswahl gewinnt Marine Le Pen ihren Wahlkreis in Nordfrankreich. Doch ihre Partei bleibt weit hinter den eigenen Zielen zurück. Wohl nur fünf bis acht Sitze kann sich der Front National im Parlament sichern - zu wenig für eine Fraktion.

Die Chefin des Front National (FN), Marine Le Pen, ist nach eigenen Angaben erstmals in die Nationalversammlung gewählt worden. Sie sei in der zweiten Runde der Parlamentswahl in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich mit rund 58 Prozent gewählt worden, sagte die Rechtspopulistin. Offizielle Ergebnisse für den Wahlkreis liegen noch nicht vor. Insgesamt seien mindestens sechs FN-Abgeordnete bereits gewählt worden, sagte Le Pen. "Wir sind die einzige Widerstandskraft gegen die Auflösung Frankreichs, seines Sozialmodells und seiner Identität."

Bei der Präsidentenwahl war Le Pen in die Stichwahl gekommen, dann aber dem Präsidenten Emmanuel Macron unterlegen gewesen. Die 48-Jährige kritisierte erneut das französische Mehrheitswahlrecht und forderte die Einführung des Verhältniswahlrechts. Es sei skandalös, dass die FN keine Fraktion in der Nationalversammlung bilden könne. Dafür sind mindestens 15 Abgeordnete nötig. Hochrechnungen sahen die Partei zwischen 5 und 8 Abgeordneten. Die Nationalversammlung hat 577 Sitze.

Das Mehrheitswahlrecht begünstigt große Parteien, weil in einem Wahlkreis immer nur ein Kandidat gewinnen kann - tendenziell ein Vertreter einer großen Partei. Kandidaten kleiner Parteien haben eigentlich nur eine Chance, wenn sie Bündnisse mit anderen Gruppierungen eingehen oder in ihrem Wahlkreis außergewöhnlich bekannt und beliebt sind, wie etwa Le Pen im Département Pas-de-Calais. Allgemein erleichtert das Mehrheitswahlrecht stabile Regierungsmehrheiten ohne mühsame Koalitionsbildung.

Quelle: n-tv.de , jug/dpa/AFP

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