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Bericht über Geheimverhandlungen Laufen Gespräche über weichen Brexit?

Kommt Theresa May von ihrem Brexit-Kurs ab?

Kommt Theresa May von ihrem Brexit-Kurs ab?

(Foto: imago/PA Images)

Seit der Pleite bei der Parlamentswahl vergangene Woche steht die britische Premierministerin unter Druck. Bisher wollte sie den harten Brexit um jeden Preis. Jetzt jedoch gibt es einem Bericht zufolge Verhandlungen in eine andere Richtung.

In Großbritannien führen konservative Regierungsmitglieder einem Zeitungsbericht zufolge mit Politikern der oppositionellen Labour-Partei geheime Gespräche über einen "weichen" Brexit. Wie der "Daily Telegraph" berichtet, sind an den Gesprächen mehrere hochrangige Minister aus dem Kabinett von Premierministerin Theresa May beteiligt. May strebt eigentlich einen "harten" Brexit an - mit Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und einer weitgehenden Beschränkung der Zuwanderung aus der EU.

Mit den Geheimgesprächen soll May dem Zeitungsbericht zufolge nun zu Zugeständnissen gebracht werden. Angeblich ist auch eine parteiübergreifende Brexit-Kommission im Gespräch, um einen geordneten EU-Austritt sicherzustellen. May weiß dem Bericht zufolge seit einigen Tagen über die Geheimgespräche Bescheid. Bislang habe sie aber nichts dagegen unternommen.

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Priorität auf Wirtschaftswachstum

Auch nach Ansicht des früheren Chefs der britischen Konservativen, William Hague, muss May ihren Brexit-Kurs ändern. Sie sollte in den Verhandlungen mit der EU die Priorität auf das Wirtschaftswachstum legen und dies über das Ziel stellen, die Zahl von Menschen zu kontrollieren, die nach Großbritannien zum Arbeiten kommen, schreibt der frühere Außenminister im der britischen Zeitung "Daily Telegraph".

"Dies würde eine Bereitschaft zeigen, den schottischen Konservativen, den Wirtschaftsorganisationen und in gewisser Weise auch den Oppositions-Parteien in bestimmten Punkten entgegenzukommen", schreibt Hague. Dies würde einen sogenannten weichen Brexit bedeuten, weil dies Großbritannien einen besseren Zugang zum EU-Binnenmarkt auch nach dem EU-Austritt ermöglichen würde.

Ein Sprecher Mays hatte dagegen am Montag betont, dass sich ihr Ansatz für die in Kürze beginnenden Brexit-Verhandlungen mit der EU nicht verändert habe. Dazu gehört Mays Drohung, notfalls auf ein Abkommen mit der EU zu verzichten, falls die Union London nicht ausreichend entgegenkomme.

Die konservative Premierministerin steht seit dem Verlust der absoluten Mehrheit bei den britischen Parlamentswahlen auch in ihrer Partei unter Druck. Am Dienstag wird sie in London Gespräche mit der Parteichefin der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP), Arlene Foster, führen.

Quelle: n-tv.de , bdk/rts/AFP

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