Politik

"Schauplatz der Absurdität" Israel kündigt Austritt aus Unesco an

(Foto: AP)

Auch Israel will aus der Unesco austreten. Dies teilt das Büro von Ministerpräsident Netanjahu mit. Das Verlassen der UN-Kulturorganisation durch die USA begrüßt der Erzkonservative.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat das Außenministerium des Landes angewiesen, den Austritt aus der Unesco vorzubereiten. Dies teilte das Büro des Regierungschefs mit. Zuvor hatten bereits die USA angekündigt, die UN-Kulturorganisation zum Ende des Jahres verlassen zu wollen. Netanjahu begrüßte den Schritt des Verbündeten. "Dies ist eine mutige und moralische Entscheidung, da die Unesco zum Schauplatz der Absurdität geworden ist", sagte er. "Statt Geschichte zu bewahren, wird sie verzerrt."

Nach Einschätzung des israelischen UN-Botschafters ist der Austritt der USA der "Preis für die Diskriminierung Israels". "Die Unesco ist zu einem Schlachtfeld für die öffentliche Beschimpfung Israels geworden und hat ihre wahre Rolle und ihre wahren Ziele vernachlässigt", sagte Israels UN-Botschafter Danny Danon. Der Rückzug der USA sei ein "Wendepunkt".

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zeigte Unverständnis über die Austritte der beiden Länder. "Wir stehen zur Unesco. Es gibt gar keinen Zweifel daran, dass wir die Unesco weiterhin unterstützen, Mitglied bleiben", sagte Gabriel. Die Unesco sei eine international bedeutende Organisation.

Frankreich bedauerte den Rückzug der USA. Die Unesco brauche nun einen neuen Plan, um politische Gräben zu überwinden und Vertrauen zu schaffen, teilte das Außenministerium mit. Frankreich habe ein solches Konzept, es werde von Ex-Ministerin Audrey Azoulay vertreten, die für den Generaldirektor-Posten der Organisation kandidiere. Die Zukunft der Organisation habe für Frankreich besondere Bedeutung. Hauptsitz der Unesco ist Paris.

Die US-Regierung hatte den Austritt zuvor verkündet und mit "anti-israelischen Tendenzen" in der Unesco und Zahlungsrückständen innerhalb der Organisation begründet. Die "extreme Politisierung" der Unesco sei zu einer "chronischen Peinlichkeit" geworden, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Die Zugehörigkeit zu anderen UN-Organisationen werde ebenfalls weiter aus dieser Perspektive untersucht werden.

Quelle: n-tv.de , rpe/AFP/dpa

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