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Opfer gezielt ausgewählt? Hurghada-Täter spricht angeblich Deutsch

Schwer lastet die Terrorgefahr auf der ägyptischen Tourismus-Industrie: Noch sind die Hintergründe der Messer-Attacke vollkommen unklar.

Schwer lastet die Terrorgefahr auf der ägyptischen Tourismus-Industrie: Noch sind die Hintergründe der Messer-Attacke vollkommen unklar.

(Foto: dpa)

Der Messer-Attentäter von Hurghada soll seine Opfer unmittelbar vor der Bluttat auf Deutsch angesprochen haben. Hat er sie ausgewählt, weil sie aus Deutschland kommen? In ersten Vernehmungen beruft sich der junge Mann offenbar auf islamistische Motive.

Der Messerstecher von Hurghada soll einem ägyptischen Medienbericht zufolge gut Deutsch sprechen. Demnach könnte er bei seinem Angriff an einem privaten Badestrand womöglich gezielt nach Urlaubern aus Deutschland gesucht haben.

Der 28-Jährige Angreifer, der bei seiner Attacke in zwei benachbarten Hotelanlagen zwei Deutschen tödliche Verletzungen zugefügt und anschließend vier weitere Urlauber mit Stichen und Schnitten verletzt hatte, soll nach Informationen der ägyptischen Zeitung "Al-Shorouk" die beiden Frauen aus Niedersachsen unmittelbar vor der Bluttat auf Deutsch angesprochen haben.

Nachdem er seine Opfer in eine Unterhaltung verwickelt hatte, habe er unvermittelt ein Messer gezückt und zugestochen, heißt es. Das gewöhnlich gut unterrichtete Blatt beruft sich auf Informationen aus Sicherheitskreisen. Wenn diese Angaben zutreffen, dann könnte es sich bei dem Messerangriff um eine gezielte Attacke auf Touristen aus Deutschland gehandelt haben - und nicht nur um die isolierte Tat eines womöglich geistig verwirrten Einzeltäters.

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Wie, wann und wo der mutmaßliche Angreifer zu seinen Deutsch-Kenntnissen gekommen sein soll, blieb unklar. Wie "Al-Shorouk" weiter berichtet, soll sich der mutmaßliche Attentäter bei der Begründung seines Angriffs allerdings ausdrücklich auf das islamische Recht der Scharia bezogen haben. Dies habe er in den Vernehmungen mit den Ermittlern erklärt, berichtete die Zeitung.

IS-Attentäter oder Einzeltäter?

Der aus dem Norden Ägyptens stammende Mann stehe offenbar der Ideologie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahe, heißt es. Ob er im direkten Auftrag der Terrororganisation gehandelt hat, ist unklar. Ein Bekennerschreiben des IS liegt nicht vor.

Die Rechtsauffassung der Scharia basiert auf wörtlich ausgelegten Textstellen aus dem Koran. Radikalislamische Milizen berufen sich bei der Durchsetzung ihrer Terrorregimes häufig auf dieses Regelwerk, das mit einer modernen Auffassung allgemeiner Menschenrechte nahezu unvereinbar ist. Heimtückische Angriffe auf arglose Gäste lassen sich allerdings auch mithilfe der Scharia nicht rechtfertigen.

Ägyptische Sicherheitskreise hatten am Samstag verlauten lassen, der Täter habe mit dem IS über das Internet in Kontakt gestanden und von dort den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen. Offizielle Stellen in Kairo dementierten dies umgehend und warnten vor voreiligen Spekulationen.

Quelle: n-tv.de , mmo/dpa

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