Politik

Angespannter Wohnungsmarkt Hohe Mieten plagen Großstädter

In Bonn zahlen die Menschen im Verhältnis zum Einkommen am meisten fürs Wohnen - wie hier in der Sternstraße.

In Bonn zahlen die Menschen im Verhältnis zum Einkommen am meisten fürs Wohnen - wie hier in der Sternstraße.

(Foto: imago/Kosecki)

30 Prozent des Einkommens für Miete zu bezahlen, gilt unter Experten als problematisch. Einer neuen Studie zufolge trifft das in Deutschland bereits auf 40 Prozent der Menschen zu. Sie wohnen vor allem in Nordrhein-Westfalen.

In deutschen Großstädten haben viele Menschen mit kaum noch tragbaren Mietpreisen zu kämpfen. 40 Prozent der Bewohner in Deutschlands Großstädten müssen fast ein Drittel ihres Nettoeinkommens allein für ihre Kaltmiete ausgeben. Das ergab die Studie der Hans-Böckler-Stiftung für die Berliner Humboldt-Universität.

Dabei gelte eine solche Mietbelastung unter Experten bereits als problematisch, so die Wissenschaftler. Insbesondere bei Menschen mit kleineren Einkommen bleibe dann nur noch relativ wenig Geld für die sonstige Lebensführung übrig. Mehr als eine Million Haushalte in den Großstädten müssten sogar gut die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Für etwa 1,3 Millionen Großstadt-Haushalte in Deutschland liege das Resteinkommen damit nach Abzug der Miete sogar unterhalb der Hartz-IV-Regelsätze.

In den 77 untersuchten Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern könne in 54 Kommunen angesichts eines Trends zu wachsenden Bevölkerungszahlen von einem "angespannten Wohnungsmarkt" ausgegangen werden, so die Forscher. Ein großer Mangel herrsche insbesondere an kleineren Wohnungen.

Im bundesweiten Durchschnitt liege die Mietbelastung bei 26,8 Prozent bei einer Bruttokaltmiete von durchschnittlich 7,69 Euro pro Quadratmeter. Unter den Top-10 sind fünf Städte aus Nordrhein-Westfalen, darunter Spitzenreiter Bonn (30,3 Prozent), gefolgt von Neuss (30,1 Prozent) und Köln (29,3 Prozent). Unter den zehn Städten mit der höchsten Quote an Mietbelastung befinden sich sich jedoch neben vergleichsweise wohlhabenden Städten auch eher wirtschaftlich schwache Standorte wie Bremerhaven (29 Prozent) oder Offenbach (28,7 Prozent).

Quelle: n-tv.de , mba/dpa

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