Politik

Zukunftsantrag der Parteichefin Gauland wirft Petry Spaltung der AfD vor

Der Antrag von Parteichefin Frauke Petry erzeugt Streit im Bundesvorstand der Partei.

Der Antrag von Parteichefin Frauke Petry erzeugt Streit im Bundesvorstand der Partei.

(Foto: dpa)

Parteichefin Petry will auf dem Parteitag eine Entscheidung über den künftigen Kurs der AfD erzwingen. Stellvertreter Gauland hält den Antrag für sinnlos. Er unterstellt Petry, die Spaltung der Partei zu betreiben.

Vor dem Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) hat der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland der Parteichefin Frauke Petry vorgeworfen, die Spaltung der Partei zu betreiben. "Wenn ich einen Graben aufreiße, den es nicht gibt, dann ist das spalterisch", sagte Gauland der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Gauland nannte Petrys Zukunftsantrag, den die Parteivorsitzende auf dem Kölner Parteitag am Wochenende einbringen will, eine Luftnummer. Petrys Versuch, die AfD in einen realpolitischen und einen fundamentalistischen Teil auseinanderzudividieren, sei sinnlos. "Ich habe nie eine Fundamentalopposition gefordert, wie mir das Frauke Petry unterstellt", sagte Gauland. Damit werde der Eindruck von einer Spaltung in der Partei erzeugt, die es nicht gebe.

Gauland gegen Antrag

Gauland rief indirekt dazu auf, den Zukunftsantrag der Parteivorsitzenden von der Tagesordnung zu nehmen. Es gebe in der AfD entsprechende Forderungen. "Das wäre eine kluge Entscheidung", sagte er. Zündstoff auf dem Parteitag könnte auch ein Antrag werden, mit dem das Parteiausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke gestoppt werden soll. Falls dieser Antrag aufgerufen werde, werde er ihm zustimmen, sagte Gauland. Gegen Höcke läuft wegen mutmaßlicher Nähe zur NS-Ideologie ein Parteiausschlussverfahren.

Petry will die AfD auf dem Bundesparteitag in Köln zu einer Entscheidung zwingen - zwischen dem von ihr favorisierten "realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei" und einer fundamentaloppositionellen Strategie, als deren Vertreter sie Gauland benennt. Auf eine Spitzenkandidatur im Bundestagswahlkampf verzichtet Petry.

Zuvor hatte Gauland sich noch kompromissbereit gezeigt. Er halte Petrys Antrag zwar weiterhin für "Unsinn", sagte Gauland dem "Tagesspiegel". "Aber wenn mein Name da rauskommt, kann man dem Antrag zustimmen."

Pretzell: "Sie will Parteichefin bleiben"

Petry will nach den Worten ihres Mannes Marcus Pretzell auch bei einer Niederlage im parteiinternen Richtungsstreit Parteichefin bleiben. "Es wäre verantwortungslos, als Parteivorsitzende die Partei kurz vor dem Wahlkampf im Regen stehen zu lassen", sagte der nordrhein-westfälische AfD-Vorsitzende Pretzell im ARD-Morgenmagazin. Petry und auch er könnten mit "demokratischen Entscheidungen ganz erwachsen" umgehen.

Auch bezeichnete er den Verzicht von Petry auf die Spitzenkandidatur als endgültig. "Die Delegierten auf diesem Parteitag werden Frauke Petry nicht dazu bringen können, ihre mitgeteilte Entscheidung noch einmal zu überdenken", sagte Pretzell. "Diese Entscheidung ist endgültig."

Quelle: n-tv.de , vck/AFP

Mehr zum Thema