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Sozialist unterstützt Bewegung Ex-Premier Valls will für Macron antreten

Macron und Valls (r.) waren Hoffnungsträger der Sozialisten. Beide kehrten der Partei den Rücken.

Macron und Valls (r.) waren Hoffnungsträger der Sozialisten. Beide kehrten der Partei den Rücken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Frankreichs neuer Präsident Macron will alles anders machen als sein Vorgänger Hollande. Doch ausgerechnet dessen früherer Regierungschef will für Macrons Bündnis ins Parlament einziehen - eine weitere Schmach für die Sozialisten.

Der frühere französische Premierminister Manuel Valls will bei der Parlamentswahl im Juni für die Bewegung des neugewählten Präsidenten Emmanuel Macron antreten. Er wolle "Kandidat der präsidentiellen Mehrheit" sein, sagte der Sozialist dem Sender RTL. Aus der Partei des scheidenden Präsidenten François Hollande wurden Rufe laut, sich nach der Niederlage bei der Präsidentschaftswahl völlig neu aufzustellen.

Valls sagte, er wolle sich für die Wahl zur Nationalversammlung Macrons Bewegung "La République en Marche" anschließen. "Ich will den Erfolg von Emmanuel Macron", betonte der 54-Jährige.

Ein Sprecher von Macrons Bewegung betonte allerdings, Valls sei noch nicht als Kandidat bestätigt. "La République en marche "- bislang "En Marche!" - will bis Donnerstagmittag alle 577 Kandidaten für die Parlamentswahl am 11. und 18. Juni vorstellen.

Der am Sonntag zum neuen Präsidenten gewählte Macron will sich bei der Parlamentswahl eine Regierungsmehrheit sichern. Die Kandidatur unter dem Banner seiner Bewegung steht auch Politikern anderer Parteien offen. Viele Sozialisten, aber auch Vertreter der Konservativen wollen sich Macron anschließen.

Sozialisten-Chef gegen Doppelmitgliedschaft

Der Vorsitzende der Sozialisten, Jean-Christophe Cambadélis, legte Valls einen Parteiaustritt nahe. Er betonte, es sei "unmöglich" für ein Mitglied für Macron anzutreten. "Wenn manche die Partei verlassen wollen, sollen sie dies tun und uns arbeiten lassen", sagte er.

Der Sozialist Valls hatte sich vor der Präsidentschaftswahl für seinen früheren Wirtschaftsminister Macron ausgesprochen - und sich damit gegen den sozialistischen Kandidaten Benoît Hamon gestellt. Hamon schied in der ersten Runde am 23. April mit nur gut sechs Prozent aus, das war das schlechteste Ergebnis für die Sozialisten seit fast 50 Jahren.

Die Rufe nach einer Neuaufstellung mehren sich deshalb. Der EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici forderte, die Sozialistische Partei "wieder zum Leben zu erwecken". Alles müsse auf den Prüfstand, sagte der französische Sozialist in Paris.

Quelle: n-tv.de , shu/AFP

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