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Grenzchaos, knappe Lebensmittel EU fürchtet Engpässe bei hartem Brexit

Bei einem harten Brexit fehlen Regelungen über den Warenverkehr, Zölle und die Nutzung des EU-Luftraums.

Bei einem harten Brexit fehlen Regelungen über den Warenverkehr, Zölle und die Nutzung des EU-Luftraums.

(Foto: REUTERS)

Im Falle eines schnellen Bruchs mit der EU soll Brüssel laut einem Medienbericht ein wahres Horrorszenario für Großbritannien malen - inklusive eines gestörten Flugverkehrs und Versorgungsengpässen mit frischen Produkten. Die Sorge ist nicht ganz unbegründet.

Die EU-Kommission befürchtet Versorgungsengpässe in Großbritannien, sollten die Briten die Europäische Union ohne Vereinbarung über einen geregelten Austritt verlassen. Das gehe aus einem Protokoll der EU-Kommissionssitzung vom 22. März hervor, berichtete die "Bild"-Zeitung. Der EU-Chefunterhändler Michel Barnier habe in der Sitzung gewarnt, dass im Falle eines harten Brexits "Chaos an den Grenzen, Versorgungsprobleme für Großbritannien, besonders bei frischen Produkten, und eine ernsthafte Störung des Flugverkehrs" drohten.

Ohne die Einigung auf ein umfassendes Handelsabkommen droht das Vereinigte Königreich auf den Status eines beliebigen Drittlandes zurückfallen. Es gäbe dann keine Regelungen über den Warenverkehr, Zölle und die Nutzung des EU-Luftraums.

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Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hatte bereits in der vergangenen Woche vor einer Unterbrechung von Flugverbindungen gewarnt, sollten sich London und Brüssel nicht rasch auf ein Abkommen für den Flugverkehr einigen. Das Unternehmen verwies unter anderem darauf, dass Fluggesellschaften ihre Flugpläne ein gutes Jahr vor dem Start erstellten - also etwa im Frühling 2018 für den Sommer 2019.

May strebt harten Brexit an

Großbritannien hatte Ende März den Antrag auf den EU-Austritt eingereicht. Damit läuft eine zweijährige Frist für die Verhandlungen über die Entflechtung der Beziehungen zwischen London und Brüssel. Die britische Premierministerin Theresa May hat bereits angekündigt, dass sie einen harten Brexit anstrebt: Mit dem Austritt aus der EU will Großbritannien zugleich auch den europäischen Binnenmarkt verlassen.

Dann wäre der Status Großbritanniens zur EU vergleichbar mit jenem von Kanada. Die Freizügigkeit für EU-Bürger entfiele - das bedeutet auch, dass Ausländer aus EU-Staaten, die in Großbritannien arbeiten, eine Arbeitserlaubnis beantragen müssen. Zudem müssten Freihandelsabkommen für den britischen und europäischen Markt ausgehandelt werden, um Zölle zu vermeiden. 

Quelle: n-tv.de , jug/AFP/DJ

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