Politik

Olympia in Sotschi? "Sicherlich nicht!" EU-Kommissarin Reding macht's wie Gauck

Viviane Reding kommt aus Luxemburg. Seit 2010 ist sie Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für Justiz.

Viviane Reding kommt aus Luxemburg. Seit 2010 ist sie Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für Justiz.

(Foto: imago stock&people)

Macht das Beispiel Joachim Gauck Schule? Nach dem Bundespräsidenten schließt nun auch Viviane Reding ihren Besuch bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi aus. Anders als der Deutsche nennt die EU-Kommissarin sogar Gründe.

EU-Justizkommissarin Viviane Reding will nicht zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi reisen. Sie werde da "sicherlich nicht" hinfahren, "solange Minderheiten so behandelt werden wie unter der derzeitigen russischen Gesetzgebung", schrieb Reding bei Twitter. Die Luxemburgerin ist auch Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission.

Erst am Wochenende hatte eine Sprecherin von Bundespräsident Joachim Gauck einen "Spiegel"-Bericht bestätigt, wonach dieser im Februar nicht zu den Winterspielen nach Sotschi reist. An den Spekulationen über die Gründe für diese Entscheidung wollte sie sich nicht beteiligen.

Russische Medien werteten Gaucks Ankündigung als "Boykott". Der russische Experte Alexej Makarkin vom Think Tank Zentrum für Politische Technologien sagte der Nachrichtenagentur AFP, sowohl die russische Opposition als auch die Regierungsseite interpretierten Gaucks Haltung als Boykott. Die Opposition betrachte sie als "moralische Unterstützung von Seiten Deutschlands", die Behörden hingegen als "unfreundliche, provokante Geste" des Handelspartners, sagte er.

Russland steht unter anderem wegen seines Anti-Homosexuellen-Gesetzes und wegen der Unterdrückung der Opposition international in der Kritik. Bürgerrechtler riefen Sportler und Politiker wiederholt zu einem Boykott des Sportereignisses auf, um ein Zeichen gegen die Politik von Präsident Wladimir Putin zu setzen.

Quelle: n-tv.de , cro/AFP

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