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Inhaftierter Journalist Yücel EGMR fordert Stellungnahme der Türkei

Seit April liegt dem EGMR die Beschwerde Yocels vor. Bis zum 23. Oktober soll sich die türkische Regierung zum Fall äußern.

Seit April liegt dem EGMR die Beschwerde Yocels vor. Bis zum 23. Oktober soll sich die türkische Regierung zum Fall äußern.

(Foto: picture alliance / Privat/Deniz )

Deniz Yücel sucht Hilfe beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er beruft sich auf Europäische Menschenrechtskonvention. Nun soll der Gerichtshof die türkische Regierung zu einer Stellungnahme aufgefordert haben.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die türkische Regierung einem Bericht der "Welt" zufolge aufgefordert, eine Stellungnahme zum Fall des inhaftierten Journalisten Deniz Yücel abzugeben. Das teilte das Gericht Yücels Rechtsanwalt Veysel Ok in einem Schreiben mit, das der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt.

Yücel hatte Anfang April beim EGMR Beschwerde gegen seine Inhaftierung eingelegt. Die Stellungnahme der türkischen Regierung sei eine wesentliche Voraussetzung für eine Entscheidung des Gerichts, heißt es in dem Bericht. Für die Abgabe der Stellungnahme hat das Gericht der türkischen Regierung demnach eine Frist bis einschließlich 23. Oktober gesetzt.

Vorstufe der Verhandlung

Dem Schreiben des EGMR zufolge habe der Gerichtshof auch bei der Bundesregierung angefragt, ob diese - in Anbetracht der deutschen Staatsbürgerschaft Yücels - eine Stellungnahme abgeben wolle. Nach Eingang der Stellungnahme aus Ankara könnten Yücels Anwälte in einer eigenen Stellungnahme darauf reagieren. Anschließend könne der Fall vor dem EGMR verhandelt werden.

Der "Welt"-Korrespondent Yücel hatte am 6. April Beschwerde vor dem EGMR gegen seine Inhaftierung eingelegt. Dabei beruft er sich vor allem auf Artikel 3 (Verbot von Folter und unwürdiger Behandlung), 5 (Recht auf Freiheit und Sicherheit) und 10 (Meinungsfreiheit) der Europäischen Menschenrechtskonvention.

Der deutsch-türkische Journalist ist seit Ende Februar in der Türkei in Untersuchungshaft. Ihm werden Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen. Präsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigte Yücel außerdem öffentlich, ein Terrorist und deutscher Spion zu sein. In einem Interview mit der "Zeit" kritisierte der türkische Präsident zudem die deutsche Presse für eine von ihm attestierte Pro-Yücel-Haltung. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte kann in Verfahren aus Mitgliedsstaaten des Europarates entscheiden, dem auch die Türkei angehört.

Quelle: n-tv.de , apo/dpa

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