Politik

Klage wegen Elendsbedingungen Australien zahlt Millionen an Asylbewerber

Menschenrechtler prangern immer wieder die Bedingungen in den Flüchtlingscamps der australischen Regierung an.

Menschenrechtler prangern immer wieder die Bedingungen in den Flüchtlingscamps der australischen Regierung an.

(Foto: REUTERS)

Bootsflüchtlinge lässt Australien nicht ins Land: Stattdessen werden die Menschen in Zwangslagern vor Papua-Neuguinea untergebracht. In den Camps dort herrschen elende Bedingungen - Australien zahlt deswegen fast 50 Millionen Euro an die Betroffenen.

Asylbewerber in einem Zwangslager der australischen Behörden in Papua Neuguinea sollen eine Rekordentschädigung erhalten. Ein Vergleich sieht vor, dass die australische Regierung sowie Sicherheitsunternehmen 70 Millionen australische Dollar (rund 47 Millionen Euro) an die Betroffenen zahlen. Der Betrag soll unter den mehr als 1900 auf der Insel Manus seit 2012 festgehaltenen Asylbewerbern aufgeteilt werden.

Hintergrund war eine Sammelklage, bei der Entschädigungen für mutmaßliche Leiden angesichts der schlechten Bedingungen in dem Camp gefordert wurden. Durch den Vergleich wurde ein öffentlicher Prozess gegen die australische Regierung und die Sicherheitsunternehmen abgewendet. Anwälte sprachen nach der Einigung vom größten jemals getroffenen Vergleich zu einer Menschenrechtsklage in der Geschichte Australiens.

Flüchtlingsanwälte und Mediziner hatten die Bedingungen in dem Flüchtlingslager auf Manus sowie in einem weiteren auf der Insel Nauru wiederholt angeprangert. Es gab Berichte über weitverbreiteten Missbrauch, Selbstverletzungen sowie gesundheitliche Probleme.

Australien verfolgt einen harten Kurs in der Flüchtlingspolitik. Bootsflüchtlinge werden grundsätzlich nicht ins Land gelassen. Stattdessen werden sie in Flüchtlingslager auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus oder im Inselstaat Nauru gebracht.

Quelle: n-tv.de , jgu/AFP

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