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Mordprozess um Quälereien in Höxter Zeugen schildern Umfeld des "Horrorhauses"

Im "Horrorhaus" in Höxter sollen Wilfried W. und Angelika W. zwei Frauen zu Tode gequält haben (Foto vom 23. Januar)

Im "Horrorhaus" in Höxter sollen Wilfried W. und Angelika W. zwei Frauen zu Tode gequält haben (Foto vom 23. Januar)

(Foto: dpa)

Jahrelang soll ein geschiedenes Ehepaar mehrere Frauen in seinem Haus in Höxter schwer misshandelt haben. Zwei Frauen sterben bei den Quälereien. Beim Mordprozess kommen nun Nachbarn des Paares zu Wort - und schildern eine Atmosphäre der Angst.

Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten "Horrorhaus" in Höxter haben zum ersten Mal Nachbarn der Angeklagten ausgesagt und übereinstimmend von großen Aggressionen berichtet. Eine 53-jährige Zeugin schilderte vor dem Landgericht Paderborn, die beiden Angeklagten hätten mit Provokationen und Streitereien eine Atmosphäre der Angst verbreitet. "Sie wollten damit wohl den Abstand zu uns wahren, damit wir ja nicht auf ihr Grundstück gehen", sagte die Zeugin.

Wilfried W. soll über lange Zeit mit seiner mitangeklagten Ex-Frau Angelika W. mehrere Frauen in das Haus nach Höxter gelockt und dort schwer misshandelt haben. Der 46-Jährige und die 48-Jährige sind wegen Mordes angeklagt. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien.

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Ein anderer Nachbar schilderte das Verhältnis ebenfalls als von Anfang an aggressiv. So habe ihn Wilfried W. nach einem Streit an einem Sonntag um den Lärm einer Kreissäge am Hals gepackt und provoziert. Über Jahre hätten sie bei den Nachbarn immer wieder Frauen beobachtet, die körperlich immer weiter abgebaut hätten. "Die Frauen sind ihrer Weiblichkeit beraubt worden", sagte der Nachbar zu der Beobachtung, dass einige der Opfer keine Haare mehr hatten.

Unter den Nachbarn und im Gespräch mit dem Postboten sei das Haus durchaus ein Thema gewesen, bestätigte ein 78 Jahre alter Rentner. Auf die Frage eines Verteidigers, warum kein Nachbar die Behörden eingeschaltet habe, antworteten mehrere Zeugen, dies sei wohl aus Angst unterblieben. "Ich habe nur immer gesagt, haltet euch diese Leute vom Hals", sagte einer der Nachbarn, der direkt neben dem Haus der Angeklagten im Stadtteil Bosseborn wohnt.

Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Insgesamt hat das Gericht rund 50 Zeugen geladen. Mit einem Urteil wird frühestens im Sommer gerechnet. Während die Angeklagte Angelika W. an den ersten Prozesstagen umfassend ausgesagt hat, schweigt ihr Ex-Mann bislang.

Quelle: n-tv.de , cri/dpa

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