Panorama

Beste Aussichten fürs Wochenende "Überall kommt der goldene Oktober"

Mitunter ziemlich schmuddelig waren Sommer und Frühherbst in weiten Teilen Deutschlands. n-tv Meteorologe Björn Alexander hat aber gute Nachrichten: Der Oktober entschädigt Deutschland in den kommenden Tagen mit Wärme und Sonnenschein.

Mitunter ziemlich schmuddelig waren Sommer und Frühherbst in weiten Teilen Deutschlands. n-tv Meteorologe Björn Alexander hat aber gute Nachrichten: Der Oktober entschädigt Deutschland in den kommenden Tagen mit Wärme und Sonnenschein.

n-tv.de: Das Warten auf den goldenen Oktober soll bald ein Ende haben. Wie schön und warm wird es? Und vor allem: Wann?

Im Süden ist es derzeit eh schon schön und sehr mild mit Werten um die 20 Grad. Aber auch im Rest des Landes wird es in den kommenden Tagen immer sonniger und wärmer. Ein erster Höhepunkt steht uns am Sonntag und Montag bevor, wenn es fast überall wunderschön und rekordverdächtig warm wird.  

Fast überall - das heißt, dass es Ausnahmen gibt?

Ja. Und die betreffen aus heutiger Sicht einige Niederungen in den südlichen Landesteilen. Beispielsweise im Bereich Donau oder Bodensee, wo sich die Nebelfelder leider sehr zäh halten können. Und auch im Ostseeumfeld bis in die Uckermark wird es die Sonne am Sonntag zu Beginn noch schwerer haben. Grundsätzlich gilt aber: Das Wetter wird besser und wir dürfen uns - deutschlandweit gesehen - auf die ersten trockenen Tage seit dem 23. August freuen. 

Am Wochenende dürfte es in Deutschlands Parks wie hier im Englischen Garten in München voll werden.

Am Wochenende dürfte es in Deutschlands Parks wie hier im Englischen Garten in München voll werden.

(Foto: dpa)

Unglaublich. Seit fast zwei Monaten hat es also immer irgendwo in Deutschland geregnet?

So ist es. Und noch unglaublicher ist wohl, dass eine längere trockene Phase über mehrere Tag schon über ein halbes Jahr zurückliegt. Das war nämlich Mitte März. Seit dem waren wohl die meistgenutzten Worte in den Wetterberichten "Regen", "wechselhaft" oder "Tiefdruckeinfluss". Denn Tiefdruckgebiete gab es reichlich. Alleine diejenigen, die von den Kollegen der Freien Universität Berlin mit einem Namen versehen wurden, belaufen sich inzwischen auf 106. Heute ist der 285. Tag in diesem Jahr und das bedeutet, dass - rein statistisch - fast alle 2,5 Tage ein neues Tief zu uns gekommen ist.  

Wie sieht es zahlenmäßig bei den Hochs aus?

Da sind wir bei der Nummer 46. Hoch "Tanja" nämlich. Dazu sei aber noch gesagt: Hochs kommen per se seltener in unseren Breiten vor. Frappierend ist in diesem Jahr allerdings, dass die Haltbarkeit beziehungsweise die Verweildauer meistens nur relativ kurz gewesen ist und wir insofern eben einen insgesamt warmen, aber eben auch zu nassen Sommer hinter uns haben. 

Und einen warmen Oktober haben wir jetzt vor uns. Wie warm wird es denn konkret? 

Die Rekordwerte für das zweite Oktoberdrittel bewegen sich oft um die 20 bis knapp 26 Grad. Und genau in diesem Bereich werden wir spätestens am Sonntag auch ankommen. Noch ungewöhnlicher als die Wärme ist derzeit aber die Entwicklung des tropischen Sturmes "Ophelia" zum Hurrikan.  

Warum?

Erstens findet die Entwicklung sehr weit östlich auf dem subtropischen Atlantik statt - also schon im Seegebiet weit vor den Azoren. Und zweitens zeigt die Zugbahn am Wochenende Richtung Irland, wo er am Montag zwar als außertropischer Sturm ankommen wird, aber von der Windgeschwindigkeit noch lange Hurrikanstärke aufweist. Wahrscheinlich erst kurz vor dem Erreichen der Südküste Irlands wird er unter die Windgrenze von Hurrikanen von 119 km/h fallen.  

Welche Windgeschwindigkeiten drohen zuvor?

Die berechneten Windgeschwindigkeiten am Höhepunkt des Sturms (aus heutiger Sicht zum Glück "nur" über offenem Wasser) sind für europäische Breiten außergewöhnlich und liegen im Mittel bei 12 Windstärken und rund 150 km/h, in Böen bis knapp 200 km/h – also Werte wie sie sonst nur in Hurrikans gemessen werden (und natürlich auch in den kleinräumigen Tornados).  

Hat der Hurrikan auch Einfluss auf unser Wetter?

n-tv Meteorologe Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander

An der Vorderseite dieses Hurrikans beziehungsweise außertropischen Orkantiefs werden ungewöhnlich warme Luftmassen aus Nordafrika mit viel Wind nordwärts geführt. Der starke Wind sorgt hierbei für einen kräftigen und großflächigen Warmluftschub Richtung West- und Mitteleuropa. Das heißt: wir erwarten von Samstag bis Montag rekordverdächtige Höchstwerte in Spanien bis 36 Grad, in Portugal bis 33, in Südfrankreich knapp 30 Grad. Und bei uns immerhin Spitzentemperaturen von 25, vielleicht sogar 26 Grad. Mehr geht um diese Jahreszeit nicht. 

Was passiert anschließend mit "Ophelia"?

Nachdem der Sturm Irland hinter sich gelassen hat, nimmt ihn die wettersteuernde Strömung ins atlantische Tiefdruckkarussell auf. Anschließend rücken uns die Schlechtwetterbringer mit geeinter Kraft wieder auf den Pelz. Eine unbeständigere Wetterphase mit neuen Schauern steht aber frühestens Mitte nächster Woche bei uns an. 

Wird es dann auch wieder kälter? Also im Sinne von Winter.

Nach jetzigem Stand nicht. Selbst auf den Bergen ist ein neuer Wintereinbruch vorerst einmal nicht in Sicht. Erst gegen Monatsende deutet beispielsweise das amerikanische Wettermodell einen frühwinterlichen Streifschuss an. Bis dahin bleibt es aber tendenziell mild bis warm. 

Dann schauen wir doch mal auf unsere tollen Aussichten. Was bringt das Wochenende im Detail?

Am Samstag im Norden und Nordosten einige unlustige Wolkenfelder, die an der Küste noch etwas Regen oder Nieselregen bringen können. Ansonsten wird es aber nach Auflösung von Frühnebelfeldern verbreitet freundlich bis sonnig und trocken. Dazu Tageshöchstwerte von 16 Grad auf Hiddensee und in Nordfriesland, um 19 Grad entlang der Donau und bis zu 23 Grad am Rhein. 

Grandios. Und am Sonntag?

Sonntag sowie Montag überall goldener Oktober. Am Vormittag jeweils vor allem Süden zähe Nebelfelder, sonst strahlend schön und sonnig. Dabei gibt es verbreitet Werte um die 20 Grad. Im Westen und Südwesten am Sonntag stellenweise auch bis 25 oder 26 Grad. Am Montag sind ähnliche Temperaturspitzen gelegentlich auch im Osten möglich. Grund ist die südliche Strömung, die uns an der Nordseite der Mittelgebirge auch noch leichte Föhneffekte beschert.  

Und danach?

Dienstag und Mittwoch neben ein paar Wolkenfelder nach wie vor sonnig und warm. Frühestens ab Donnerstag könnte es wieder wechselhafter werden. Sicher ist das aber bei weitem noch nicht.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema