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Rentner in Badewanne verbrüht Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Pflegerin

Die Angeklagte versäumte wohl, die Wassertemperatur mit Thermometer und Hand zu prüfen.

Die Angeklagte versäumte wohl, die Wassertemperatur mit Thermometer und Hand zu prüfen.

(Foto: imago stock&people)

Ein alter Mann liegt in einem Pflegeheim in einer viel zu heißen Badewanne. Da er gelähmt ist, kann er nicht um Hilfe rufen. Sechs Tage später stirbt er an den Verletzungen. Jetzt wird eine Pflegerin angeklagt. Sie soll wichtige Vorschriften missachtet haben.

Rund acht Monate nach dem Tod eines hilflosen Rentners durch Verbrühungen in einer Wanne hat die Staatsanwaltschaft Halle Anklage erhoben. Einer Pflegerin des 79-Jährigen, der in einem Heim lebte, wird fahrlässige Tötung durch Unterlassen vorgeworfen, wie ein Staatsanwalt sagte.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte es die Frau versäumt, beim Baden des Mannes in einer Wanne die Wassertemperatur mit Thermometer und Hand zu prüfen. Beides sei vorgeschrieben. "Die Frau hat ihre Pflicht verletzt", sagte der Staatsanwalt. 

Der Mann war den Angaben zufolge nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt. Er habe nicht sprechen, nicht um Hilfe rufen können. Der 79-Jährige erlitt Verbrühungen und wurde in das nicht weit entfernte Halle in eine Spezialklinik gebracht. Sechs Tage später starb er an den Verletzungen.

Angeklagte meldete den Vorfall selbst

Laut Anklagebehörde hat sich die damalige Pflegerin bei den Ermittlern bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sie habe den Vorfall in der Wanne "unmittelbar selbst" der Pflegeleitung gemeldet, sagte der Staatsanwalt.

Die 50 Jahre alte Frau sei von Beruf Krankenschwester. Sie habe viele Jahre als ausgebildete Pflegekraft gearbeitet. Unklar ist, wann ein möglicher Prozess beginnt. Laut Paragraf 222 Strafgesetzbuch drohen der Frau bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Quelle: n-tv.de , sra/dpa

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