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Tugce-Schläger abgeschoben Sanel M. ist außer Landes

Sanel M., der Mann, der für den Tod von Tugce Albayrak verantwortlich ist, ist auf dem Weg nach Belgrad. Acht Jahre darf der 20-Jährige, der in Offenbach geboren und aufgewachsen, nicht nach Deutschland einreisen.

Nach dem gewaltsamen Tod der Studentin Tugce Albayrak vor zweieinhalb Jahren in Offenbach ist der verurteilte Täter nach Serbien abgeschoben worden. Wie das Amt für Zuwanderung und Integration in Wiesbaden mitteilte, wurde Sanel M. am Donnerstagmittag vom Flughafen Frankfurt aus "nach Serbien zurückgeführt".

Nachdem der 20-Jährige das Flugzeug nach Serbien betreten hatte, sollte ein Rechtspfleger in Deutschland einen Vollstreckungshaftbefehl gegen Sanel M. erlassen. Das bedeutet: Sollte er innerhalb von acht Jahren versuchen, nach Deutschland zu kommen, wird er verhaftet. Nach Ablauf der acht Jahre gilt der Haftbefehl weiterhin - allerdings "muss man dann schauen, ob man ihn aufrecht erhält", sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Wiesbaden. Eine legale Rückkehr gebe es nur bei Aufhebung des Haftbefehls.

Das Landgericht Darmstadt hatte Sanel M. im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der junge Mann hatte die 22-Jährige auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so geschlagen, dass sie auf den Kopf fiel. Die Studentin starb wenige Tage später. Dem Schlag im Morgengrauen waren Pöbeleien und Beleidigungen zweier Gruppen vorausgegangen, zu einer gehörte Sanel M., zur anderen Tugce.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hatte Mitte März in letzter Instanz entschieden, dass der 20-Jährige für acht Jahre nach Serbien ausgewiesen wird. In dem Land leben nach Auskunft seiner Anwälte seine Großeltern. Der Heranwachsende ist in Offenbach geboren und zur Schule gegangen. Seine Eltern und seine beiden Brüder leben den Anwälten zufolge nach wie vor im Rhein-Main-Gebiet.

Die Gefahr, dass Sanel M. weitere Straftaten begehe und seine Resozialisierung scheitere, sei angesichts seiner mangelnden Integration in der Bundesrepublik nicht hinnehmbar, argumentierten die Richter des VGH. Sie bestätigten damit die Entscheidung der Ausländerbehörde und der ersten Gerichtsinstanz. Der VGH teilte die Einschätzung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden, der ersten Instanz. "Danach könne dem alleinstehenden und kinderlosen Antragteller, der über einen Schulabschluss verfügt, zugemutet werden, neue Beziehungen und Bindungen in Serbien zu knüpfen." Es sei auch nicht ersichtlich, dass seine Eltern nicht in der Lage oder willens wären, ihn dabei insbesondere finanziell zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de

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