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"Wir kämpfen pausenlos" Riesige Waldbrände toben weiter in Chile

Boeing 747-400 im Löscheinsatz.

Boeing 747-400 im Löscheinsatz.

(Foto: imago/Xinhua)

Das südamerikanische Land Chile bekommt die Flammen seit Tagen nicht in den Griff. Sie zerstören ganze Ortschaften. Es sind auch Todesopfer zu beklagen. Die Regierung schließt Brandstiftung nicht aus.

Bei den anhaltenden Waldbränden in Chile sind bislang elf Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer zerstörte nach Behördenangaben fast 1100 Häuser. Die Brände gelten als die schlimmsten in der Geschichte des Landes. Bis zum Samstagabend (Ortszeit) hatten die Flammen laut der Forstbehörde Conaf mehr als 3900 Quadratkilometer - das entspricht einer Fläche größer als Mallorca - erfasst. Die Behörden ermitteln wegen möglicher Brandstiftung.

"Wir kämpfen pausenlos gegen das Feuer", sagte Präsidentin Michelle Bachelet. Es handele sich um eine noch nie gesehene Katastrophe. Betroffen waren der Süden und das Zentrum des südamerikanischen Landes. Viele Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Medienberichten zufolge waren die Rauchwolken bis in die Hauptstadt Santiago zu sehen.

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In den vergangenen Tagen hatte sich die Fläche des von den Flammen betroffenen Wald- und Agrarlands verdoppelt. Von über 120 Bränden seien noch 62 außer Kontrolle, gab die Forstbehörde in ihrem letzten Lagebericht bekannt. Hohe Temperaturen über 35 Grad Celsius und starker Wind erschwerten die Löscharbeiten. Frankreich, Peru, Portugal, Spanien, Kolumbien, Argentinien und Mexiko entsandten über 500 Feuerwehrleute und Helfer. Rund 4000 chilenische Einsatzkräfte waren im Einsatz. Auch aus der Luft bekam Chile internationale Unterstützung.

"Supertanker" aus den USA im Einsatz

Seit Mittwoch laufen die Einsätze des "Supertankers", einer US-amerikanischen Boeing 747-400, die bei jedem Flug 72 Tonnen Wasser abwerfen kann. Das größte Löschflugzeug der Welt wird mittels privater Finanzierung mindestens zwei Wochen im Einsatz bleiben. Russland sagte zudem die Entsendung einer Iljuschin-76 zu. Unklar war weiterhin, ob es sich um Brandstiftung handelt.

Präsidentin Bachelet sprach über "merkwürdige" Zusammenhänge, die den Ermittlern aufgefallen seien. Vier Männer, die in der zentral gelegenen Region O'Higgins unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen worden waren, waren zuvor allerdings wegen fehlender Beweise auf freien Fuß gesetzt worden.

Quelle: n-tv.de , wne/dpa

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