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Vorwurf der Prostitution Portal ködert Frauen mit "Sugardaddies"

Wer träumt nicht davon, sich einen reichen Mann zu angeln? - Diesen Ansatz verfolgt eine Agentur in Belgien.

Wer träumt nicht davon, sich einen reichen Mann zu angeln? - Diesen Ansatz verfolgt eine Agentur in Belgien.

(Foto: imago/Westend61)

Wohlhabender Mann sucht hübsche Studentin und verhilft ihr zu einem Leben in Luxus: Eine Datingwebsite will das ermöglichen und sorgt in Belgien für Empörung. Der Vorwurf lautet: Prostitution.

In Belgien hat die Föderation Wallonie-Brüssel das Dating-Portal www.richmeetbeautiful.be wegen Anstiftung zur Prostitution verklagt, nachdem sie in der Nähe der Freien Universität Werbeplakate aufgestellt hatten, um Studentinnen an reiche Männer zu vermitteln. "Hey, Studentinnen", werden die Adressatinnen auf der Anzeige mit dem freizügigen Bild einer jungen Frau im roten BH angesprochen. "Verbessert Euren Lebensstil, geht mit einem 'Sugardaddy' aus" - einer Umschreibung für ältere, wohlhabende Männer, die Beziehungen mit jungen Frauen haben und sie dafür finanziell verwöhnen.

Das Datingportal wurde vor einigen Wochen in Belgien lanciert, zum Wochenende startete dann in Brüssel eine Werbekampagne mit Plakaten auf zwei Lastwagen. Pünktlich zum Semesterbeginn wurden die Lkw dann in der Nähe der renommierten Freien Universität gesichtet.

Auch die Universitätsleitung legte Beschwerde vor dem belgischen Ethikausschuss für Werbung ein. Dieser habe bereits mehrere andere Beschwerden erhalten, sagte die Vorsitzende des Gremiums, Sandrine Sepul. Der Ausschuss, dessen Bewertungen normalerweise von der Werbebranche befolgt werden, will sich demnach am 3. Oktober zu der umstrittenen Website äußern.

Stipendien statt Sugardaddy

Die Studentenvereinigung der französischen Gemeinde (Unecof) übte scharfe Kritik an der "unmoralischen" Werbekampagne. "Jeder weiß, dass sich das Phänomen studentischer Prostitution ausbreitet, und hier ist eine Firma, die die Not dieser jungen Frauen für den eigenen Profit ausschlachtet", sagte Unecof-Präsidentin Opaline Meunier. Die Frauen benötigten "Stipendien" und keinen "Sugardaddy".

Der Geschäftsführer des Datingportals, Sigurd Vedal, wies die Kritik jedoch als "klassisches Missverständnis" zurück: "Unsere Sugarbabys müssen mindestens 18 Jahre alt sein, und Prostitution ist nicht erlaubt." Der Norweger bezeichnete sein Angebot als "klassische Datingwebsite, nur dass zu den Kriterien auch der finanzielle Aspekt gehört".

Weitere Werbetrucks sollen laut Vedal in den kommenden Wochen landesweit im Umfeld von Universitäten positioniert werden. Zudem soll es Werbespots in Radio, Fernsehen und Internet geben. In Skandinavien und den Benelux-Staaten haben sich bereits rund 150.000 junge Frauen auf der Website eingeschrieben, etwa 21.000 von ihnen sind Belgierinnen.

Quelle: n-tv.de , mba/AFP

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