Panorama

Rohrreiniger auf Spielplätzen Polizei schnappt mutmaßlichen Kinderhasser

Nur Stunden nach dem Fahndungsaufruf gibt es einen Hinweis auf den mutmaßlichen Täter.

Nur Stunden nach dem Fahndungsaufruf gibt es einen Hinweis auf den mutmaßlichen Täter.

(Foto: Polizei Aaachen)

Monatelang treibt ein Mann auf Aachener Spielplätzen sein Unwesen: Heimlich verteilt er Chemikalien auf Schaukeln und Klettergerüsten - und verletzt damit mehrere Kinder. Als die Polizei mit dem Bild aus einer Fotofalle nach ihm fahndet, geht ihnen ein Verdächtiger ins Netz.

Nach Attacken mit ätzendem Rohrreiniger auf Aachener Spielplätzen und drei verletzten Kindern hat die Polizei nur Stunden nach der Veröffentlichung eines Bildes aus einer Fotofalle den mutmaßlichen Täter festgenommen. Zeugen hatten den 53-Jährigen auf dem schwarzweißen Fahndungsfoto erkannt. Der Mann wohnt nach Angaben der Staatsanwaltschaft in unmittelbarer Nähe des Parks.

Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler unter anderem Rohrreiniger, den der Mann seit Juni auf Spielplätzen und an Grillhütten ausgestreut haben soll. Er soll am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Tötung.

Nach deren Angaben waren zwei Kameras in dem Park aufgestellt, in dem es schon Attacken mit Rohrreiniger gegeben hatte. Als der Täter am Sonntag die Chemikalie auf Kinderschaukel und Klettergerüst verteilte, lief er in die Foto-Falle, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es sei Glück gewesen, dass die Kameras genau richtig positioniert waren, sagte die Sprecherin. Das Foto zeigt den unmaskierten Mann mit einer Dose in der Hand.

Kinder wurden leicht verletzt

Seit Juni war auf Spielplätzen und an Grillhütten Rohrreiniger verstreut worden. Drei Kinder waren den Angaben zufolge auf Spielgeräten und Sitzgelegenheiten in Kontakt mit der Substanz gekommen und leicht verletzt worden. Nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus konnten sie aber wieder entlassen werden. Zwei betroffene Kinder gehörten nach früheren Angaben der Stadt zu einer Kindergartengruppe.

Die Stadtverwaltung hatte alle Kindergärten angeschrieben und vor der Chemikalie gewarnt. Für Hinweise die zur Aufklärung der Tat beitragen, hatte die Polizei eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt.

Quelle: n-tv.de , nsc/jug/dpa

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