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Zwischenfall in Barcelona Passagiere blockieren Abschiebeflugzeug

Ein schreiender Sitznachbar mit Handschellen und in Polizeibegleitung: 50 Mitreisende protestierten gegen die Abschiebung per Vueling-Flieger (Archivbild)..

Ein schreiender Sitznachbar mit Handschellen und in Polizeibegleitung: 50 Mitreisende protestierten gegen die Abschiebung per Vueling-Flieger (Archivbild)..

(Foto: REUTERS)

Per Linienflug wollen die Behörden in Spanien einen Flüchtling in den Senegal abschieben - gegen seinen Willen. Als Polizisten den schreienden Mann in Handschellen an Bord bringen, rebellieren Mitreisende. Der Pilot lässt die Maschine schließlich räumen.

In Spanien haben Dutzende Flugpassagiere gegen die Abschiebung eines Flüchtlings nach Afrika protestiert und damit den Start ihrer Maschine um mehrere Stunden verzögert. Der Vorfall ereignete sich auf dem Flughafen El Prat in Barcelona. Die betroffene spanische Fluggesellschaft Vueling bestätigte entsprechende Berichte auf Anfrage.

Die Fluggäste hätten gegen die "Verletzung der Rechte" eines Mannes protestiert, der gegen seinen Willen ausgeflogen werden sollte, berichtete eine Passagierin dem katalanischen Fernsehsender TV3. Der von zwei Polizisten begleitete Flüchtling habe Handschellen getragen und geschrien. Rund 50 Passagiere hätten sich aus Protest geweigert, Platz zu nehmen, bestätigte eine weitere Augenzeugin der Zeitung "El Periódico".

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Abschiebung per Vueling-Flieger

Erst mit mehr als vier Stunden Verspätung konnte die Maschine am Samstag schließlich doch noch starten. Planmäßiges Ziel war die senegalesische Hauptstadt Dakar. Eine Passagierin, die ebenfalls Zeuge des Vorfalls an Bord wurde, klagte im TV-Interview, der Flugkapitän habe nicht mit den empörten Passagieren sprechen wollen.

Die Augenzeugin beschrieb auch, was nach den Protesten an Bord geschah: Rund eineinhalb Stunden nach Beginn der Proteste an Bord seien alle 172 Passagiere aus dem Flugzeug gebeten worden. Elf von ihnen sei anschließend der Flug nach Dakar untersagt worden. Die betroffenen Passagiere seien von der Polizei mit Hilfe der Piloten als Initiatoren der Aktion identifiziert worden.

Ob der Vorfall für sie rechtliche Konsequenzen hat, blieb unklar. Nach Angaben des Portals "Flightradar24" startete die Maschine vom Typ Airbus A320-100/200 mit fast viereinhalb Stunden Verspätung. Ob der Flüchtling bei diesem Flug mit an Bord war, war zunächst nicht bekannt. Weder die Flugbehörden noch die Polizei oder die betroffene Fluggesellschaft Vueling wollten den Zwischenfall kommentieren.

Quelle: n-tv.de , mmo/dpa

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