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Vorwurf im Apotheker-Prozess Nebenklage spricht von Tötungsvorsatz

Der Apotheker aus Bottrop soll die Krankenkassen um 56 Millionen Euro geprellt haben.

Der Apotheker aus Bottrop soll die Krankenkassen um 56 Millionen Euro geprellt haben.

(Foto: dpa)

Weil er Krebsmedikamente gestreckt haben soll, steht ein Apotheker aus Bottrop vor Gericht - doch der Anwalt eines Opfers stellt die Zuständigkeit der Kammer infrage. Er sieht in dem Vergehen vor allem einen Mordversuch statt einer Betrügerei.

Im Prozess um mutmaßlich gestreckte Krebsmedikamente stellt ein Nebenklage-Anwalt die Zuständigkeit des Gerichts infrage. Dass der angeklagte Apotheker Medikamente gepanscht habe, sei ein Mordversuch aus Habgier, argumentierte Siegmund Benecken, der eine der betroffenen Frauen vertritt. Das Verfahren gehöre deshalb vor das Schwurgericht, das über entsprechend schwerwiegende Anschuldigungen verhandele.

Stattdessen startete der Prozess vor der 21. Wirtschaftsstrafkammer des Essener Landgerichts. Das Gericht will über Beneckens Antrag erst entscheiden, wenn die umfangreiche Anklage verlesen wurde.

Dem Apotheker aus Bottrop wird vorgeworfen, Krebsmedikamente zu gering dosiert, bei den Krankenkassen aber voll abgerechnet zu haben. Dadurch soll den gesetzlichen Krankenkassen ein Schaden von rund 56 Millionen Euro entstanden sein.

Benecken hatte zuvor betont, der Angeklagte habe "aus grenzenloser Menschenverachtung und eiskaltem Gewinnstreben" gehandelt und dabei in Kauf genommen, dass Krebspatienten früher stürben.

Quelle: n-tv.de , jug/dpa

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