Panorama

Abwasserleitung komplett dicht London kämpft mit riesigem Fettklops

Kaum eine Toilette kommt ohne den Hinweis aus, dass man doch bitte keine Dinge runterspülen soll, die dort nicht hingehören. Was passiert, wenn man das nicht beherzigt, kann man derzeit in London sehen.

Mit einer gewaltigen Herausforderung kämpfen derzeit die Londoner Wasserbehörden. In einem Abschnitt des Abwassernetzes im Stadtteil Whitechapel entdeckten Arbeiter bei einer Routinekontrolle Anfang September einen riesigen Klops aus geronnenem Fett, Windeln und Feuchttüchern.

Das Hindernis erreicht einem Bericht der BBC zufolge gigantische Ausmaße: Es hat das Gewicht von elf Doppeldeckerbussen und erstreckt sich über die Fläche von zwei Fußballfeldern. Bilder einer Kamera zeigen einen zwölf Meter hohen und sieben Meter breiten Abwasserkanal, der vollständig blockiert ist. Wäre die Verstopfung nicht zufällig entdeckt worden, hätte sie über kurz oder lang wahrscheinlich erhebliche Überschwemmungen ausgelöst.

Der Chef der Londoner Abwasserbehörde, Matt Rimmer, sagte der BBC: "Dieser Fettberg ist einer der größten, die wir je gesehen haben. Er ist ein totales Monster und es braucht eine Menge Arbeiter und Maschinen, um ihn zu entfernen." Für die Beseitigung veranschlagt Rimmer ungefähr drei Wochen. Das Problem sei, dass sich die Abfälle so verdichtet haben, dass es sich so anfühlt, als müsse man Beton aufbrechen.

Das sei besonders frustrierend, weil die Verstopfung vermeidbar wäre. Die Menschen müssten nur aufhören, Öl, Fett, Windeln und Feuchttücher im Klo hinunterzuspülen. Rimmer zufolge gibt seine Behörde rund eine Million britische Pfund im Monat aus, um ähnliche Blockaden zu beseitigen. Dabei sei die einfachste Lösung, Feuchttücher und Windeln in den Mülleimer zu werfen. Man spreche aber auch mit Gaststätten über die Entsorgung von Fett- und Nahrungsabfällen.

Die Arbeiter, die dem Fettklops nun zu Leibe rücken, tragen spezielle Schutzanzüge. Teilweise hacken sie mit Schaufeln Teile ab. Der Abfall wird dann abgesaugt und in einer Recyclinganlage entsorgt.

Quelle: n-tv.de , sba

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