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"Gay for the stay" Knox spricht über lesbische Knastliebe

Knox lebt wieder in Seattle.

Knox lebt wieder in Seattle.

(Foto: AP)

Amanda Knox war der "Engel mit den Eisaugen", eine hübsche junge Frau, der ein schweres Verbrechen vorgeworfen wurde. Auch im Gefängnis bekam sie sexuelle Angebote, nicht nur von Männern.

Amanda Knox war 22 Jahre alt, als sie des Mordes an ihrer Mitbewohnerin Meredith Kercher im italienischen Perugia beschuldigt und inhaftiert wurde. Inzwischen ist die US-Amerikanerin in dem Fall für unschuldig erklärt worden, 2011 konnte sie schließlich in ihre Heimat zurückkehren.

Inzwischen ist Knox 29, die Haftzeit lässt sie aber offenbar noch immer nicht los. In einem Essay schrieb Knox, die inzwischen als Autorin und Journalistin arbeitet, über eine komplizierte Liebesgeschichte, mit der sie im italienischen Gefängnis konfrontiert war.

Sie habe in der Haftanstalt von Perugia eine Frau kennengelernt. "Ich war vorsichtig freundlich. Sie erzählte mir, dass sie lesbisch ist, ich sagte ihr, dass ich hetero bin", so Knox. Sie habe sich dann mit Leny angefreundet, ihre CDs geteilt und ihr Schach beigebracht. Wenn Leny während ihres Hausmeisterjobs im Gefängnis Pause hatte, sei sie auf ein Schwätzchen zu Knox gekommen.

Verlust von Würde und Autonomie

Schon vorher waren Knox die zahlreichen romantischen Beziehungen zwischen den Frauen, die mit ihr inhaftiert waren, aufgefallen. Obwohl die Mehrheit von ihnen sich als heterosexuell bezeichneten, lebten sie für die Zeit im Gefängnis als seien sie lesbisch. Knox nennt das "Gay for the stay".

Auch Leny habe ihr eindeutige Angebote gemacht, so Knox. "Ich habe schon früher Frauen umgedreht, sagte sie mir. Ich kann Dinge tun, die kein Mann kann." Dies sei jedoch der Punkt gewesen, an dem es Knox unangenehm wurde. Sie habe sich als Objekt gefühlt und sei verärgert gewesen, schriebt Knox, die während ihres Prozesses auch wegen ihres guten Aussehens "Engel mit den Eisaugen" genannt wurde.

Schließlich habe Leny versucht, sie zu küssen. Daraufhin habe sie ihr gesagt, wenn die Frau nicht bereit sei, ihre Grenzen zu respektieren, könne sie nicht länger mit ihr befreundet sein. Knox betonte, sie sei sowieso schon wütend gewesen, dass sie im Gefängnis regelmäßig von männlichen Gefängniswärtern berührt und sexuell belästigt worden sei.

Sie sei davon ausgegangen, dass Leny das verstehen würde. "Aber im Gegensatz zu mir fühlte sie nicht so akut den Verlust von Privatsphäre, Würde und Autonomie." Die Frau verbüßte als Kleinstadt-Drogendealerin nur eine kurze Gefängnisstrafe, Knox war zu diesem Zeitpunkt zu 26 Jahren verurteilt. Das Urteil wurde später aufgehoben. "Leny wusste nicht, wie es sich anfühlte, wenn einem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gestohlen werden, so wie mir."

Quelle: n-tv.de , sba

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